Als nachhaltiges Unternehmen arbeitet die AMAG an der stetigen Verbesserung der Umweltleistung. Das Umweltmanagementsystem beinhaltet die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Auflagen sowie die systematische Bewertung relevanter Umweltaspekte und -auswirkungen.

Wesentlicher Bestandteil ist die kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes durch die Vermeidung bzw. Verringerung von Umweltbelastungen. Periodische Audits definierter Unternehmensbereiche sowie die Schulung von Mitarbeitern stellen die Wirksamkeit des Managementsystems sicher.

Energie

Die AMAG ist bestrebt, das Energieeinsparpotenzial von Aluminiumprodukten durch einen hohen Recyclingeinsatz und einen niedrigen Energieverbrauch bei der Herstellung auszuschöpfen. Wesentliche Energieverbraucher am Produktionsstandort Ranshofen sind die Gießereien und Walzwerke.

In den Gießereien wird Erdgas zum Schmelzen und Temperieren von Aluminium verwendet. Im Walzwerk wird der Großteil der elektrischen Energie zum Antrieb der Walzgerüste sowie elektrische Energie und Erdgas zur Wärmebehandlung der Aluminiumbänder und -platten eingesetzt.

Der gesamte Energieverbrauch am Standort Ranshofen lag 2019 bei rund 745.200 MWh (2018: 726.000 MWh). Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gesamtenergieverbrauch um 3 %. Diese Steigerung ergibt sich zum einen aus dem gestiegenen Umrechnungsfaktor für den Energieinhalt von Erdgas, der für 2019 im Rahmen der nationalen Treibhausgasinventur vom Bundesministerium neu festgelegt wurde. Weiters wurde im Bereich der Gießerei mehr Erdgas für das Schmelzen, Gießen und Homogenisieren von Aluminium benötigt. Im Walzwerk stieg der Erdgas- und der Stromverbrauch ebenfalls an, dies ist u.a. auf Verschiebungen im Produktportfolio zu höherfesten und damit z.B. durch die benötigte Wärmebehandlung energieintensiverer Produkte zurückzuführen.

Bezogen auf die Energieträger im Strommix setzt die AMAG auf den Einsatz von erneuerbaren Energiequellen, um klimafreundlich zu agieren. So wurden im Jahr 2019 86 % Strom aus Wasserkraft bezogen. Der Anteil an Windenergie sowie Strom aus fester Biomasse und Photovoltaik belief sich auf 14 %. Damit fallen keine indirekten CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung an.

Zentrale Maßnahmen im Energiebereich sind:

  • Umsetzung des Leuchtturmprojekts „Optimale Energienutzung durch Wärmerückgewinnung“, bei dem die Abwärme der Gießanlagen für Heizzwecke nutzbar gemacht wird
  • Optimierung der Hallenheizung im Bereich des neuen Kaltwalzwerks mittels Wärmerückgewinnung
  • Stromeinsparung durch effizientere Hallenbeleuchtung (LED statt konventionelle Leuchtmittel)
  • Erhöhung der Energieeffizienz durch Prozess- und Anlagenoptimierungen
  • Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter durch Schulungen und Workshops
  • Anreizsystem für Verbesserungsvorschläge zur Einsparung von Energie durch den kontinuierlichen Verbesserungsprozess

Emissionen

Bei der Gewinnung und Verarbeitung von Aluminium entstehen gasförmige, flüssige und feste Emissionen. Um die Auswirkungen des Klimawandels minimieren zu können, müssen Treibhausgasemissionen drastisch reduziert werden. Zentrale Maßnahmen zur Emissionsreduktion sind:

  • Umsetzung des Leuchtturmprojekts „Optimale Energienutzung durch Wärmerückgewinnung“
  • Erweiterung durch den Anschluss der Bereiche Walzwerk-Ost und Südanbau an das Warmwassernetz und Einbindung der Kompressorstation
  • Transport: Optimierung von Logistikprozessen
Das Leuchtturmprojekt „Optimale Energienutzung durch Wärmerückgewinnung“ trägt maßgeblich zur Einsparung von Energie bei.

Zur Kategorisierung des CO2-Fußabdrucks ist insbesondere die Einteilung der Emissionen in drei sogenannte "Scopes" relevant.

Scope 1-Emissionen entstehen bei der AMAG insbesondere durch die energetische Nutzung von Erdgas zum Schmelzen und Wärmebehandeln von Aluminiumlegierungen, beim Temperieren von Prozessflüssigkeiten, zur Heizung von Gebäuden sowie bei der Nutzung von Diesel für den Fuhrpark.

Scope 2-Emissionen entstehen bei der Erzeugung des verbrauchten elektrischen Stroms und werden anhand der Angaben der Stromlieferanten über die CO2-Intensität ihrer Elektrizitätserzeugung berechnet.

Scope 3 umfasst alle übrigen THG-Emissionen, die durch die ausgelagerten Geschäftstätigkeiten der Organisation verursacht werden.

Im Berichtsjahr 2019 betrugen die direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) 104.400 Tonnen (2018: 101.000 Tonnen). Aufgrund des Bezugs von Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen wurden 2019 keine Scope 2-Emissionen verursacht.

Die spezifischen CO2-Emissionen (Scope 1+2), bezogen auf die Produktionsmenge (Tonnen CO2/t), betrugen 2019 0,163 CO2/Tonne (2018: 0,159 Tonnen CO2/Tonne).

Für die Berechnung der Scope 3-Emissionen werden aus Wesentlichkeitsgründen ausschließlich die vorgelagerten Emissionen aus dem Zukauf von Primäraluminium, Walzbarren und Legiermetallen berücksichtigt.  Im Berichtsjahr 2019 betrugen die Scope 3-Emissionen 1.200.000 Tonnen CO2eq.

Wasser

Am Hauptsitz Ranshofen wird die Wasserversorgung zur Förderung von Grundwasser über zwei Nutzwasser- und einen Trinkwasserbrunnen sichergestellt. Die Ermittlung der geförderten Mengen erfolgt über Messungen direkt an der Entnahmestelle.

Ein Großteil des betrieblichen Nutzwassers wird zum Kühlen im Zuge der Gieß-, Walz- und Wärmebehandlungsprozesse verwendet. Die Nutzwasserentnahme erfolgt auf Basis eines Entnahmekonsenses. Die Nutzwasserentnahme bezieht sich auf jenen Teil der Nutzwasserförderung, der in der AMAG verwendet wird. Nutzwasser, das von anderen Firmen am Standort verbraucht wird, ist dabei nicht inkludiert.

Die Kühl- und Abschreckwässer werden in den bestehenden Kühl- und Regenwasserkanal und über diesen – ebenfalls im Rahmen eines bestehenden Ableitungskonsenses – in den Inn eingeleitet.

Regenwasser wird zum Großteil am Grundstück der AMAG versickert oder über den Regenwasserkanal direkt in den Inn eingeleitet, häusliches Schmutzwasser wird der Kläranlage Braunau zugeführt.

Die Entnahme von Grundwasser wird durch ein umfangreiches Monitoring begleitet, dazu gehören auch Messungen des Grundwasserstandes.

Die gesamte Nutzwasserentnahme für die AMAG betrug 2019 3.656.000 m3 (2018: 3.564.000 m3). Zum Mehrjahresvergleich wurde die gesamte Nutzwasserentnahme im Jahr 2007 im Balkendiagramm ergänzt. Die spezifische Nutzwasserentnahme belief sich im Jahr 2019 auf 5,7 m3/t (2018: 5,6 m3/t). Die Trinkwasserentnahme betrug 99.400 m3.

Seit Jahren werden Maßnahmen im Zuge eines nachhaltigen Regenwassermanagements umgesetzt. Dazu wurden am Werksgelände zahlreiche Sickerbecken und Sickermulden für Niederschlagswässer errichtet. Die Gesamtfläche der realisierten bzw. geplanten Versickerungsmöglichkeiten beträgt rund 4 Hektar. Über diese Sickerflächen werden rund 128 Hektar an Dach- und weiteren Flächen entwässert. Die Errichtung von Niederschlagswasserversickerungsbecken reduziert nachhaltig die Menge an Regenwasser, die zuvor über einen Sammelkanal in den Inn abgeleitet wurde. Dadurch wird eine große Menge Regenwasser von diversen Dach- und Freiflächen am Werksgelände kontrolliert gereinigt und vor Ort versickert. Die Versickerung von Niederschlagswässern kommt dabei dem natürlichen Wasserkreislauf sehr nahe.  Durch das Passieren der Sickerbecken und -mulden wird das Wasser durch einen eigens angelegten Bodenfilter gereinigt. Die so gereinigten Niederschlagswässer werden dem Grundwasserkörper direkt am Werksgelände zugeführt.

Die Versickerungsanlagen sind als Bodenfilter- oder Rasenmulden gestaltet. Die Errichtung von Versickerungsmöglichkeiten trägt positiv zur Neubildung von Grundwasser und zum Schutz vor Überflutungen bei. AMAG wurde 2020 für das nachhaltige Regenwassermanagement für den Energy Globe Award OÖ nominiert.

Abfall

Bei der Herstellung von Produkten sowie der Durchführung von Fertigungsprozessen und anderen Tätigkeiten wird auf eine umweltgerechte Abfallwirtschaft geachtet.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die gesetzeskonforme Entsorgung gefährlicher Abfälle (Altöl, Emulsionen, Werkstättenabfälle, Filterstaub usw.) gelegt.

Biodiversität

Die AMAG verfügt über eine Grundstücksfläche von rund 300 Hektar. Die industriell verbaute Fläche beträgt davon rund 100 ha. 178 Hektar sind Bestandteil des eigenen Forstbetriebs, der Teil des Waldkomplexes Lachforst ist und unter Leitung eines Forstwarts bewirtschaftet wird.

Dies bringt besondere Anforderungen mit sich – ebenso wie die Nähe zu den nur wenige Kilometer entfernten Naturschutzgebiete „Unterer Inn" und „Buchenwald", dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) „Auwälder am unteren Inn" und der Vogelfreistätte „Salzachmündung" in Bayern, die strengen Naturschutzrichtlinien unterliegen. Im Rahmen der Bautätigkeiten ist die AMAG bestrebt, Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten und die im Umfeld lebenden Tiere und Pflanzen zu schützen.

Durch den Erhalt von Grünflächen am Firmengelände wird ein Beitrag zur Förderung der Biodiversität geleistet. Der Forstbetrieb der AMAG wird nicht als reiner Wirtschaftswald, bei dem der wirtschaftliche Ertrag im Fokus steht, betrachtet. Vielmehr liegt das Ziel in einer nachhaltigen Bewirtschaftung, welche den ökologischen Wert des Waldes laufend fördert.

Freie Flächen werden entsprechend ihrer naturschutzfachlichen und freiraumgestalterischen Potenziale verwaltet. Der Erhalt von Grünflächen gehört somit zu den Grundvoraussetzungen eines biodiversitätsfördernden und klimaangepassten Grünflächenmanagements.

Seit dem Berichtsjahr 2017 veröffentlichen wir innerhalb unseres Lageberichts eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung (nfE) und kommen damit unserer Berichtspflicht gemäß Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) nach.

Sie fasst die für AMAG wesentlichen Angaben zu den fünf geforderten Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung inhaltlich zusammen.

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