Nachhaltigkeitsstrategie

Die erfolgreiche Unternehmensentwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Die AMAG verfolgt eine Wachstumsstrategie in einem expandierenden Markt mit zunehmender Spezialisierung auf Basis einer nachhaltigen Vormaterialversorgung und setzt dabei auf langjährige Kundenbeziehungen, eine stabile Eigentümerstruktur und kompetente Mitarbeiter. Das neue Walzwerk in Ranshofen ist das modernste der westlichen Welt. In den letzten 10 Jahren wurde rund eine Milliarde Euro in die Unternehmensentwicklung und den Wachstumskurs der AMAG investiert.

Im Jahr 2019 wurde der Strategieprozess „Al4future“ eingeleitet, um anstehende Herausforderungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen, unter Berücksichtigung des eingeschlagenen Wachstumskurses, abzuleiten. Der Strategieprozess hat gezeigt, dass die AMAG auf dem richtigen Weg ist. Damit bleibt die AMAG der grundsätzlichen Stoßrichtung treu und konzentriert sich auf die Stärken im Gießen, Walzen, Wärmebehandeln und Recyceln von Aluminium. Ziel ist es, weiterhin als verlässlicher Premiumlieferant von Spezialprodukten gemeinsam mit Kunden zu wachsen. Strategische Handlungsfelder zur Minimierung der Risiken aus globalen, handelspolitischen Entwicklungen sind die Vertiefung der Wertschöpfung sowie Internationalisierung.

 

Nach aktuellen Prognosen wird der Bedarf an Aluminiumwalzprodukten und Primäraluminium in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen. Besondere Impulse kommen dabei aus der Automobil- und der Luftfahrtindustrie. Wesentlicher Treiber im Automobilbereich ist der zunehmende Bedarf an Leichtbaulösungen zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen. Auch die Luftfahrtindustrie setzt auf Aluminium und erwartet in den nächsten 20 Jahren eine signifikante Steigerung des Passagieraufkommens.

Aluminium bietet Materialeigenschaften wie Korrosionsbeständigkeit und hohe Festigkeit bei geringem Gewicht – Vorteile, die hier gefragt sind. Weiters hervorzuheben sind die für die AMAG relevanten Bereiche der Lebensmittel- und Arzneimittelverpackungen, Gebäude (Fassaden, Beleuchtung), Elektronik- sowie Sport- und Freizeitgeräte. Indirekt verbunden ist damit auch ein Wachstum im Maschinen- und Anlagenbau sowie in Kühl- und Klimageräten.

 

Neben der Fokussierung auf Spezialprodukte ist es die Ausweitung der Recyclingkompetenzen, die den erfolgreichen Kurs der AMAG auch in Zukunft prägen wird und für das Unternehmen und seine Stakeholder zukünftig weiter an Bedeutung gewinnt. Die AMAG ist hier seit Jahren sehr gut aufgestellt. Mit einer Schrotteinsatzrate von 75-80 % ist die AMAG der größte Aluminium-Recycler an einem europäischen Standort. Der Ausbau des Recyclingcenters sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Recycling (Stichwort: Science of dirty alloys) sind Schlüsselelemente zur Beibehaltung der hohen Schrotteinsatzrate.

 

Digitalisierung und Kompetenzaufbau stellen wichtige Bestandteile zur Bewältigung künftiger Herausforderungen dar. Um hier zielorientiert voranzukommen, wurden wesentliche Handlungsfelder definiert und in einem Digitalisierungskompass zusammengefasst. Aktuell arbeitet die AMAG daran, diese Handlungsfelder Schritt für Schritt abzuarbeiten.

 

Im Jahr 2018 hat sich die AMAG der umfassenden Überprüfung nach dem ASI Performance Standard (ASI= Aluminium Stewardship Initiative) unterzogen. Als erster integrierter Recycling-, Gusslegierungs- und Walzwerkstandort weltweit wurden der AMAG höchste Nachhaltigkeitsstandards am Standort Ranshofen bestätigt. Für das Jahr 2020 hat sich die AMAG die Zertifizierung nach dem ASI Chain of Custody Standard (CoC) vorgenommen. Die Zertifizierung bildet die Basis für den Vertrieb von sogenanntem „ASI Aluminium“. Aluminium, das als ASI Aluminium verkauft werden darf, gewährleistet eine umweltschonende und sozialverträgliche Produktion und Verarbeitung in der gesamten Prozesskette vom Abbau des Rohstoffes bis zum hochwertigen Endprodukt.

 

Die Bestrebungen der AMAG im Bereich Energie wurden 2019 vor den Vorhang geholt und ausgezeichnet. Mit dem Projekt "optimale Energienutzung durch Wärmerückgewinnung" hat die AMAG den Energy Globe in der Kategorie Luft 2019 erhalten. Der Energy Globe ist mit 187 teilnehmenden Ländern der weltweit bedeutendste Umweltpreis.

 

Dass Nachhaltigkeit ein kontinuierlicher Prozess ist, veranschaulicht das Nachhaltigkeitsprogramm, mit dem strategische Ziele mit konkreten Maßnahmen verbunden werden, um die Unternehmensleistungen stetig zu verbessern.

 

 

 

Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs)

Im September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sowie 17 globale Ziele. Mit diesen Zielen will die internationale Gemeinschaft den globalen wirtschaftlichen Fortschritt und die soziale Gerechtigkeit fördern und dabei die ökologischen Erfordernisse unseres Planeten respektieren.

Die Ziele bieten Unternehmen einen allgemein gültigen Rahmen, um einen positiven Beitrag für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten. Jedes Ziel hat spezifische Unterziele, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen.

Um die Entwicklungsherausforderungen zu bewältigen, haben Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft Beiträge zu leisten.

Die AMAG ist sich der Verantwortung bewusst, die negativen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit zu minimieren und die positiven Auswirkungen auf die Umwelt zu maximieren. Die Aluminiumindustrie bekennt sich ausdrücklich dazu, die SDGs zu verfolgen. European Aluminium (EA), deren Mitglied die AMAG ist, hat im Zuge der Erstellung einer Nachhaltigkeits-Roadmap (Sustainability Roadmap 2025) wesentliche SDGs und Themenbereiche ermittelt, in denen der Aluminiumsektor entweder erhebliche wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen hat oder die Einschätzungen und Entscheidungen seiner Stakeholder maßgeblich beeinflusst.

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements konzentriert sich die AMAG auf jene SDGs, die durch die Unternehmenstätigkeit wesentlich beeinflusst werden können. Die Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums legt die Grundlage dafür.

Nachhaltigkeitssteuerung

Nachhaltigkeit ist Teil des Geschäftsmodells und der Unternehmensstrategie der AMAG. Sie wird auf Vorstandsebene verantwortet und mit klar definierten Verantwortungsbereichen in die Managementstruktur übergeführt. Als oberstes Kontrollorgan nimmt der Aufsichtsrat seine Aufgaben hinsichtlich der ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung des Unternehmens wahr. Auf Basis von Berichten und Anträgen der Fachabteilungen werden nachhaltigkeitsrelevante Themen im AMAG Executive Management Team (Vorstand und Geschäftsführungen der Gesellschaften) behandelt.

Der Fachbereich Managementsysteme mit den Abteilungen Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement, Energie-, Umwelt- und Risikomanagement, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess und Nachhaltigkeit koordiniert das Nachhaltigkeitsmanagement. Dessen Leiter berichtet an den Vorstand. Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele sind die Fachbereichsleiter verantwortlich.

Das Nachhaltigkeitsmanagement der AMAG beruht auf folgenden Grundsätzen:

  • Vorsorge: Um Belastungen für Mensch und Umwelt bestmöglich zu vermeiden, werden entsprechende Gefahren frühzeitig und vorausschauend behandelt. Dazu verfügt die AMAG über zertifizierte Managementsysteme mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit, Qualität, Umwelt und Energieeffizienz sowie ein umfassendes Risikomanagement und ein internes Kontrollsystem.
  • Effizienz: Bei der Entwicklung von Anlagen, Prozessen und Produkten wird auf Ressourcen- und Energieeffizienz sowie auf die Minimierung von Umweltauswirkungen geachtet. Damit orientiert sich die AMAG am Nachhaltigkeitsleitmotiv „Wertschöpfung durch Wertschätzung“.

  • Ausgewogenheit: Die breite Aufstellung nach Branchen und Produkten sowie geografischen Märkten sorgt für ein hohes Maß an Ausgewogenheit und Stabilität. Umfassende Nachhaltigkeitsaktivitäten in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen stellen sicher, dass das Nachhaltigkeitsmanagement systematisch funktioniert und kontinuierlich verbessert wird.

  • Wesentlichkeit: Die AMAG konzentriert sich auf die wesentlichen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit und steht zur Bestimmung der wesentlichen Themen im laufenden Dialog mit ihren Stakeholdern.

  • Vollständigkeit: In der internen und externen Unternehmenskommunikation sind die Grundsätze der Transparenz, Aktualität und Vollständigkeit oberste Prämisse. Die AMAG kommuniziert zeitgerecht und umfassend zu den wesentlichen Themen ihrer Geschäftstätigkeit an relevante Stakeholdergruppen.

  • Flexibilität: Änderungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfelds sowie neue Anforderungen der Kunden und Märkte werden als Chance betrachtet und es wird ihnen mit hoher Flexibilität begegnet.

  • Innovationsgeist: Die Forschung zu technologisch herausfordernden Fragen, die Entwicklung markttauglicher Anwendungen sowie die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Produkten sind Ausdruck des Innovationsgeistes der AMAG.

Seit dem Berichtsjahr 2017 veröffentlichen wir innerhalb unseres Lageberichts eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung (nfE) und kommen damit unserer Berichtspflicht gemäß Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) nach.

Sie fasst die für AMAG wesentlichen Angaben zu den fünf geforderten Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung inhaltlich zusammen.

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