GRI-Inhaltsindex

Die nichtfinanzielle Erklärung wurde in Übereinstimmung mit den GRI Standards: Option „Kern“erstellt, um ein hohes Maß an Transparenz gegenüber den Stakeholdern und Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen zu gewährleisten.

 

 

GRI 102: ALLGEMEINE ANGABEN

GRI-StandardAngabe
102-1

Name der Organisation

AMAG Austria Metall AG

102-2

Aktivitäten, Marken, Produkte und Dienstleistungen

Die AMAG Austria Metall AG führt als Konzernholding das Geschäft über die vier Segmente Metall, Gießen, Walzen und Service.

102-3

Ort des Hauptsitzes

Der Hauptsitz der AMAG befindet sich in Ranshofen, Oberösterreich. Dort erfolgt die Produktion von hochwertigen Recycling-Gusslegierungen und Aluminiumwalzprodukten.

102-4

Betriebsstätten

Darüber hinaus besitzt die AMAG eine 20 %-Beteiligung an der Elektrolyse Alouette in Kanada, der größten Elektrolyse in Nord- und Südamerika.

102-5

Eigentum und Rechtsform

Die AMAG Austria Metall AG ist seit 8. April 2011 eine an der Wiener Börse gelistete Aktiengesellschaft (Börsenkürzel: AMAG).

Eigentümerstruktur

102-6

Bediente Märkte

Der Hauptsitz der AMAG befindet sich in Ranshofen, Oberösterreich. Dort werden zum einen Recycling-Gusslegierungen hergestellt. Diese werden an die weiterverarbeitende Industrie in Form von Masseln und Sows, aber auch in Form von Flüssigaluminium geliefert und insbesondere für den Formguss eingesetzt. Zum anderen werden in Ranshofen hochqualitative Aluminiumwalzprodukte in Form von Blechen, Bändern und Platten hergestellt. Das breite Produktportfolio umfasst hochfeste Werkstoffe, Trittbleche, Glanzprodukte, lotplattierte Bleche, Folienvorwalzbänder für die Verpackungsindustrie, Präzisionsplatten sowie Kathodenbleche. Diese Produkte kommen in vielen unterschiedlichen Industrien zum Einsatz, wie zum Beispiel in der Luftfahrt-, Automobil-, Verpackungs-, Bau- und Maschinenbauindustrie.

Konzernumsatz nach Regionen

102-7

Größenordnung der Organisation

Wesentliche Finanzdaten stehen im Magazin zum Geschäftsbericht 2019 zur Verfügung.

102-8

Information über Angestellte und andere Mitarbeiter

Am Standort Ranshofen stieg die Anzahl der Mitarbeiter im Berichtsjahr um 3 % auf 1.901 Beschäftigte (Stichtag 31.12./ Köpfe).

1.886 Mitarbeiter befanden sich in unbefristeten Arbeitsverhältnissen und 15 Mitarbeiter in befristeten Arbeitsverhältnissen.

Beschäftigte in Ranshofen

102-9

Lieferkette

Die AMAG deckt mit ihrer Geschäftstätigkeit die Bereiche Primäraluminium, Recycling-Gusslegierungen und Walzprodukte mit klaren Stärken in Bezug auf Nachhaltigkeit ab. Die Wertschöpfungskette der AMAG beginnt mit der Erzeugung von Primäraluminium in der kanadischen Elektrolyse Alouette in Sept-Îles, Québec, an der die AMAG eine Beteiligung von 20 % hält. Die weiteren Eigentümer sind Norsk Hydro mit 20 %, Rio Tinto mit 40 % und Albecour/Marubeni mit 20 %. Die Elektrolyse produziert Primäraluminium in Form von Low-Profile Sows und ist einer der Vormateriallieferanten für die AMAG in Ranshofen. Die Produktion erfolgt durch den effizienten Einsatz von elektrischer Energie aus Wasserkraft und damit mit vorbildlicher Umweltbilanz vor allem hinsichtlich CO2-Emissionen. Die Tonerdeversorgung der Alouette wird durch die Eigentümer sichergestellt. Die AMAG deckt ihren Rohstoffbedarf bei großen Minenkonzernen und Rohstoffhändlern.

Einkauf Rohmaterial

102-10

Signifikante Änderungen in der Organisation und ihrer Lieferkette

Im Berichtszeitraum gab es keine wesentlichen Änderungen in der Struktur der Lieferkette.

102-11

Vorsorgeprinzip oder Vorsichtsmaßnahmen

Um Belastungen für Mensch und Umwelt bestmöglich zu vermeiden, werden Gefahren für Mensch und Umwelt frühzeitig und vorausschauend behandelt. Dazu verfügt die AMAG über zertifizierte Managementsysteme mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit, Qualität, Umwelt und Energieeffizienz sowie ein umfassendes Risikomanagement und ein internes Kontrollsystem. Aktives Risikomanagement wirkt Risiken der Geschäftstätigkeit entgegen. Dazu zählen operative, Personal- und Geschäftsrisiken sowie ökologische und soziale Risiken. Auf Basis der durch den Vorstand verabschiedeten Risikostrategie wird die aktuelle Risikosituation jährlich erhoben sowie ein Katalog an risikominimierenden Maßnahmen und Überwachungsaufgaben definiert.

102-12

Externe Initiativen

Die AMAG bekennt sich zu den Grundsätzen und Prinzipien des Österreichischen Corporate Governance Kodex und damit zu einer verantwortungsbewussten, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung und -kontrolle.

102-13

Mitgliedschaft in Verbänden

Die AMAG war im Jahr 2019 Mitglied in nachstehenden Verbänden und Interessensvertretungen:

  • A2LT - Austrian Advanced Lightweight Technology
  • AAI Austrian Aeronautic Ind.- Verband der österreichischen Luftfahrtzulieferindustrie
  • ASI – Aluminium Stewardship Initiative, eine Initiative zur Schaffung eines nachhaltigen Standards für die Aluminium-Wertschöpfungskette – von der verantwortungsbewussten Unternehmensführung über die Erfüllung von Umweltstandards bis hin zu sozialen Standards
  • ASMET – The Austrian Society for Metallurgy and Materials
  • Automobil Cluster - Branchenübergreifendes Netzwerk zur Unterstützung von Unternehmen des automotiven Sektors
  • BIR – Bureau of International Recycling
  • Christian Doppler Forschungsgemeinschaft
  • C.I.R.A. – Cercle Investor Relations Austria
  • EA - European Aluminium
  • GDA – Gesamtverband der Deutschen Aluminiumindustrie
  • GDMB – Gesellschaft für Bergbau, Metallurgie, Rohstoff- & Umwelttechnik
  • ÖGfZP Österreichische Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung
  • Österreichische Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer
  • ÖVFA - Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management
  • respACT – austrian business council for sustainable development
  • VDM – Verband deutscher Metallhändler
  • VNL – Verein Netzwerk Logistik
  • WGM – Wirtschaftsverband Großhandel Metallhalbzeug

 

GRI-StandardAngabe
102-14

Aussagen der Führungskräfte

Die erfolgreiche Unternehmensentwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Die AMAG verfolgt eine Wachstumsstrategie in einem expandierenden Markt mit zunehmender Spezialisierung auf Basis einer nachhaltigen Vormaterialversorgung und setzt dabei auf langjährige Kundenbeziehungen, eine stabile Eigentümerstruktur und kompetente Mitarbeiter. Das neue Walzwerk in Ranshofen ist das modernste der westlichen Welt. In den letzten 10 Jahren wurde rund eine Milliarde Euro in die Unternehmensentwicklung und den Wachstumskurs der AMAG investiert.

Im Jahr 2019 wurde der Strategieprozess "Al4future" eingeleitet, um anstehende Herausforderungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen, unter Berücksichtigung des eingeschlagenen Wachstumskurses, abzuleiten. Der Strategieprozess hat gezeigt, dass die AMAG auf dem richtigen Weg ist. Damit bleibt die AMAG der grundsätzlichen Stoßrichtung treu und konzentriert sich auf die Stärken im Gießen, Walzen, Wärme-behandeln und Recyceln von Aluminium. Ziel ist es, weiterhin als verlässlicher Premiumlieferant von Spezialprodukten gemeinsam mit Kunden zu wachsen. Strategische Handlungsfelder zur Minimierung der Risiken aus globalen, handelspolitischen Entwicklungen sind die Vertiefung der Wertschöpfung sowie Internationalisierung.

Nach aktuellen Prognosen wird der Bedarf an Aluminiumwalzprodukten und Primäraluminium in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen. Besondere Impulse kommen dabei aus der Automobil- und der Luftfahrtindustrie. Wesentlicher Treiber im Automobilbereich ist der zunehmende Bedarf an Leichtbaulösungen zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen. Auch die Luftfahrtindustrie setzt auf Aluminium und erwartet in den nächsten 20 Jahren eine signifikante Steigerung des Passagieraufkommens. Aluminium bietet Materialeigenschaften wie Korrosionsbeständigkeit und hohe Festigkeit bei geringem Gewicht - Vorteile, die hier gefragt sind. Weiters hervorzuheben sind die für die AMAG relevanten Bereiche der Lebensmittel- und Arzneimittelverpackungen, Gebäude (Fassaden, Beleuchtung), Elektronik- sowie Sport- und Freizeitgeräte. Indirekt verbunden ist damit auch ein Wachstum im Maschinen- und Anlagenbau sowie in Kühl- und Klimageräten.

Neben der Fokussierung auf Spezialprodukte ist es die Ausweitung der Recyclingkompetenzen, die den erfolgreichen Kurs der AMAG auch in Zukunft prägen wird und für das Unternehmen und seine Stakeholder zukünftig weiter an Bedeutung gewinnt. Die AMAG ist hier seit Jahren sehr gut aufgestellt. Mit einer Schrotteinsatzrate von 75-80 % ist die AMAG der größte Aluminium-Recycler an einem europäischen Standort. Der Ausbau des Recyclingcenters sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Recycling (Stichwort: Science of dirty alloys) sind Schlüsselelemente zur Beibehaltung der hohen Schrotteinsatzrate.

Digitalisierung und Kompetenzaufbau stellen wichtige Bestandteile zur Bewältigung künftiger Herausforderungen dar. Um hier zielorientiert voranzukommen, wurden wesentliche Handlungsfelder definiert und in einem Digitalisierungskompass zusammengefasst. Aktuell arbeitet die AMAG daran, diese Handlungsfelder Schritt für Schritt abzuarbeiten.

Im Jahr 2018 hat sich die AMAG der umfassenden Überprüfung nach dem ASI Performance Standard (ASI= Aluminium Stewardship Initiative) unterzogen. Als erster integrierter Recycling-, Gusslegierungs- und Walzwerkstandort weltweit wurden der AMAG höchste Nachhaltigkeitsstandards am Standort Ranshofen bestätigt. Für das Jahr 2020 hat sich die AMAG die Zertifizierung nach dem ASI Chain of Custody Standard (CoC) vorgenommen. Die Zertifizierung bildet die Basis für den Vertrieb von sogenanntem "ASI Aluminium". Aluminium, das als ASI Aluminium verkauft werden darf, gewährleistet eine umweltschonende und sozialverträgliche Produktion und Verarbeitung in der gesamten Prozesskette vom Abbau des Rohstoffes bis zum hochwertigen Endprodukt.

Die Bestrebungen der AMAG im Bereich Energie wurden 2019 vor den Vorhang geholt und ausgezeichnet. Mit dem Projekt "optimale Energienutzung durch Wärmerückgewinnung" hat die AMAG den Energy Globe in der Kategorie Luft 2019 erhalten. Der Energy Globe ist mit 187 teilnehmenden Ländern der weltweit bedeutendste Umweltpreis.

Dass Nachhaltigkeit ein kontinuierlicher Prozess ist, veranschaulicht das Nachhaltigkeitsprogramm, mit dem strategische Ziele mit konkreten Maßnahmen verbunden werden, um die Unternehmensleistungen stetig zu verbessern.

 

GRI-StandardAngabe
102-16

Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen

Der AMAG-Verhaltenskodex ergänzt die Richtlinien. Er regelt den Umgang mit Geschäftspartnern, Aktionären und Mitarbeitern und bildet die Grundlage des täglichen Handelns. Der Verhaltenskodex ist gemeinsam mit den Compliance-Regeln für Lieferanten auf der Unternehmens-Homepage zu finden. Die Compliance-Regeln werden an alle Lieferanten aktiv kommuniziert und sind in die allgemeinen Einkaufsbedingungen integriert. Von den Lieferanten der AMAG wird die Einhaltung dieser Grundsätze erwartet.

GRI-StandardAngabe
102-18

Führungsstruktur

Nachhaltigkeit ist Teil des Geschäftsmodells und der Unternehmensstrategie der AMAG. Sie wird auf Vorstandsebene verantwortet und mit klar definierten Verantwortungsbereichen in die Managementstruktur übergeführt. Als oberstes Kontrollorgan nimmt der Aufsichtsrat seine Aufgaben hinsichtlich der ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung des Unternehmens wahr. Auf Basis von Berichten und Anträgen der Fachabteilungen werden nachhaltigkeitsrelevante Themen im AMAG Executive Management Team (Vorstand und Geschäftsführungen der Gesellschaften) behandelt. Der Fachbereich Managementsysteme mit den Abteilungen Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement, Energie-, Umwelt- und Risikomanagement, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess und Nachhaltigkeit koordiniert das Nachhaltigkeitsmanagement. Dessen Leiter berichtet an den Vorstand. Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele sind die Fachbereichsleiter verantwortlich. Allgemeine Informationen zur Führungsstruktur des Unternehmens sind im Corporate-Governance-Bericht einsehbar.

GRI-StandardAngabe
102-40

Liste der Stakeholder-Gruppen

Die Stakeholder sind in die fünf folgenden Gruppen zusammengefasst:

  • Aktionäre und Investoren
  • Geschäftspartner
  • Mitarbeiter
  • Öffentlichkeit
  • Staatliche Organe
102-41

Tarifverhandlungen

Der Anteil der Mitarbeiter, für die Tarifverhandlungen gelten, beträgt 99 % (davon nicht betroffen sind die jeweiligen Geschäftsführer und der Gesamtvorstand).

102-42

Bestimmen und Auswählen von Stakeholdern

Als global agierendes, zukunftsorientiertes Industrieunternehmen ist die AMAG gefordert, Themen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu erkennen, entsprechende Ziele zu setzen und Maßnahmen zu ergreifen.

Der Austausch mit Stakeholdern spielt dabei eine zentrale Rolle zur Identifikation von relevanten Themen. Wichtige Stakeholder sind für die AMAG Gruppen, Institutionen oder Personen, zu denen das Unternehmen durch Geschäftsaktivitäten direkt oder indirekt in einer Beziehung steht und die damit Interesse am Handeln der AMAG haben. Mit allen Gruppen steht die AMAG im Dialog und bietet unterschiedliche Formate des Austausches an.

Als Unternehmen agiert die AMAG immer wieder in einem Spannungsfeld vielfältiger und unterschiedlicher Stakeholdererwartungen. Daher ist es der AMAG zum einen daran gelegen, einen offenen und konstruktiven Austausch zu führen und damit das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zu fördern. Zum anderen können nur im Dialog kontinuierlich Themen identifiziert werden, die aus Sicht der Anspruchsgruppen und im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung bedeutsam sind.

Die für die AMAG relevanten Stakeholdergruppen wurden durch eine interne Arbeitsgruppe festgelegt. Ein wesentliches Kriterium dabei war der (un-)mittelbare Bezug zur Unternehmensaktivität und ihren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen.

102-43

Ansatz für die Stakeholdereinbeziehung

Die Einbeziehung der Stakeholder erfolgt laufend. Neben der bisher jährlich durchgeführten Online-Stakeholder-Befragung über die Homepage werden verschiedenste Dialogformate genutzt. Dazu zählen Befragungen (über regelmäßige Kundenzufriedenheits-messungen, soziale Medien, Mitarbeiter-App), jährliche Zielerreichungsgespräche mit Mitarbeitern, persönliche Gespräche und Dialoge auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, die Mitarbeit in Gremien und Verbänden, themenbezogene Stakeholder-Veranstaltungen im Werk Ranshofen, die Teilnahme an Messen und Konferenzen sowie die Kommunikation über soziale Medien.

Stakeholdergruppen und -formate

102-44

Schlüsselthemen und Anliegen

Die Rückmeldungen, die die AMAG von ihren Stakeholdern erhält, fließen in die Ausrichtung und Aktivitäten des Nachhaltigkeitsmanagements ein. Die AMAG ermittelt regelmäßig, wie diese von den Stakeholdern wahrgenommen werden. Dabei stellt sich das Unternehmen auch kritischen Themen. Im Berichtsjahr wurden zu aktuellen Stakeholderthemen vor allem lokale Anfragen zur Biodiversität und zur laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung am Standort Ranshofen gestellt. Zum Thema Biodiversität formierte sich aufgrund von notwendigen Baumschlägerungen im Zuge des Eschentriebsterbens eine Gruppe von Bürgern, die Bedenken hinsichtlich des nun fehlenden Lärmschutzes und des generellen Schutzes des Waldes äußerte. Die AMAG nimmt diese Einwände ernst und setzt dabei auf Dialog. Des Weiteren kam es im Berichtsjahr 2019 zur Bildung einer Bürgerinitiative, die Bedenken hinsichtlich der von der AMAG beantragten Umweltverträglichkeitsprüfung bei der OÖ Landesregierung, UVP-Behörde, zur „Kapazitätserweiterung zum Schmelzen von Aluminium und Gießen von Walzbarren“ äußerte. Das Vorhaben wurde von der UVP-Behörde mit Edikt vom 12. Juli 2019 GZ AUWR-2019-318159 kundgemacht. Dazu wurden von einer Vielzahl an Personen, insbesondere von Nachbarn, Stellungnahmen abgegeben. Ziel der Umweltverträglichkeitsprüfung ist es, mögliche Auswirkungen der Erweiterung auf die Umwelt im Vorfeld der Realisation behördlich zu prüfen. Die Bürgerinitative äußerte Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verkehrszunahme, erhöhtem CO2-Ausstoß und Lärm, der zusätzlichen Entnahme von Wasser für den Produktionsprozess sowie erhöhten Luftemissionen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist noch im Gange, die Bedenken werden durch die entsprechenden Behörden geprüft. Von Seiten der AMAG werden auch diese Anliegen ernst genommen und eine Bürgerinformationsveranstaltung, im Zuge derer der betroffenen Öffentlichkeit das Vorhaben präsentiert wurde, initiiert.

GRI-StandardAngabe
102-45

Entitäten, die in den Konzernabschlüssen erwähnt werden

Die Angaben der nichtfinanziellen Erklärung beziehen sich ausschließlich auf den Hauptsitz Ranshofen und damit den Produktionsstandort für hochwertige Recycling-Gusslegierungen und Aluminiumwalzprodukte. Auf die ökologischen und sozialen Aspekte der 20%-Beteiligung an der Elektrolyse Alouette über die Aluminerie Alouette Inc. wird nicht näher im Detail eingegangen. In diesem Zusammenhang wird auf den „Sustainable Development Report“ der Alouette verwiesen. Ebenso werden aus Gründen der Wesentlichkeit die Vertriebsstandorte mit insgesamt 38 Mitarbeitern (siehe Unternehmensprofil im Lagebericht) sowie die sonstigen Beteiligungen aus der Betrachtung ausgeklammert.

102-46

Bestimmung von Berichtsinhalt und Themenabgrenzung

Die Bestimmung der Berichtsinhalte und der Berichtsqualität basiert auf den Grundsätzen der Einbeziehung der Stakeholder, der Wesentlichkeit, dem Nachhaltigkeitskontext sowie der Vollständigkeit, Aktualität und Vergleichbarkeit.  Die Anspruchs- bzw. Bezugsgruppen der AMAG, in weiterer Folge Stakeholder genannt, wurden in die Festlegung der Berichtsinhalte eingebunden. Die Auswahl der zu berichtenden Angaben erfolgte auf Basis der Ergebnisse einer den GRI-Vorgaben entsprechenden Wesentlichkeitsanalyse. Entsprechend deckt der Bericht all jene Nachhaltigkeitsaspekte ab, die entweder bedeutende ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Auswirkungen der Organisation widerspiegeln oder einen maßgeblichen Einfluss auf die Stakeholder der AMAG haben könnten. 

Die Vollständigkeit der nichtfinanziellen Erklärung bezieht sich auf die Behandlung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen. Der Inhalt dieses Berichts spiegelt die relevanten und wesentlichen Themen der AMAG im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung wider. Dementsprechend werden Nachhaltigkeitsaspekte aufgegriffen, die eine hohe ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Auswirkung zeigen oder von hohem Stakeholderinteresse sind. Der Bericht richtet sich daher an alle Stakeholder.

102-47

Liste der wesentlichen Themen

Die wesentlichen Themen lauten:

  • Compliance
  • Innovation
  • Energie
  • Rohstoffe
  • Recycling
  • Emissionen
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • Aus- und Weiterbildung

Die im Berichtsjahr durchgeführte Online-Stakeholderbefragung sowie die laufende Stakeholdereinbindung ergab zudem, dass folgende ergänzende Nachhaltigkeitsthemen von Interesse sind:

  • Abfall
  • Wasser
  • Biodiversität
  • Beschäftigungsentwicklung
  • Menschenrechte
  • Kundenbeziehung und konsequente Kundenorientierung
  • Chancengleichheit und Diversität
102-48

Neuformulierung der Informationen

Es gibt keine wesentliche Neudarstellung von Informationen.

102-49

Änderungen bei der Berichterstattung

Es gibt keine signifikante Änderung in der Liste der wesentlichen Themen.

102-50

Berichtszeitraum

Die nichtfinanzielle Erklärung bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2019 (01.01.-31.12.2019), die Vorjahreszahlen 2018 und 2017 werden zu Vergleichszwecken herangezogen.

102-51

Datum des aktuellsten Berichts

Die "Nichtfinanzielle Erklärung" als Teil des Lageberichts im Geschäftsbericht 2019 ist die aktuellste Berichtsfassung.

102-52

Berichtszyklus

Die "Nichtfinanzielle Erklärung" wird seit dem Berichtsjahr 2017 jährlich veröffentlicht.

102-53

Kontaktangaben bei Fragen zum Bericht

Für Fragen zum Inhalt des Berichts und für den Dialog in Bezug auf die AMAG und deren Nachhaltigkeitsmanagement stehen die Kommunikations- und Nachhaltigkeitsabteilung (E-Mail: sustainabilitymail displayamagmail displayat) gerne zur Verfügung.

102-54

Aussagen zu Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI-Standards

Die nichtfinanzielle Erklärung wurde in Übereinstimmung mit den GRI Standards: Option „Kern“ erstellt, um ein hohes Maß an Transparenz gegenüber den Stakeholdern und Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen zu gewährleisten.

102-55

GRI-Inhaltsindex

Die vorliegende Tabelle stellt zugleich den GRI-Inhaltsindex dar.

102-56

Externe Prüfung

Die in dieser Berichterstattung veröffentlichten Angaben wurden von unabhängiger dritter Stelle einer inhaltlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit (limited Assurance) auf Basis von ISAE 3000 (Revised) durch Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. unterzogen.

GRI 103: MANAGEMENTANSATZ

GRI-StandardAngabe
GRI 103: MANAGEMENTANSATZ 2016
103-1

Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen

Wird im jeweiligen Kapitel der Nichtfinanziellen Erklärung des Geschäftsberichts 2019 beschrieben.

103-2

Der Managementansatz und seine Komponenten

Wird im jeweiligen Kapitel der Nichtfinanziellen Erklärung des Geschäftsberichts 2019 beschrieben.

103-3

Prüfung des Managementansatzes

Wird im jeweiligen Kapitel der Nichtfinanziellen Erklärung des Geschäftsberichts 2019 beschrieben.

GRI 200/300/400: THEMENSPEZIFISCHE STANDARDS

GRI-StandardAngabe
GRI 201

WIRTSCHAFTLICHE LEISTUNG

201-1

Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert

Siehe Geschäftsbericht S. 91 ff.

GRI 202
MARKTPRÄSENZ
202-2

Anteil der lokal angeworbenen Führungskräfte

Von der regionalen Aufteilung ist ein Großteil der Personalkapazitäten in Österreich angesiedelt. Rund 80 % der Mitarbeiter am Standort Ranshofen haben ihren Wohnsitz in Österreich, 20 % in Deutschland.

Im oberen Management (darunter verstehen wir Personen in der 1. Führungsebene unter dem Vorstand und der Geschäftsführung) kommen rund 84 % der Führungskräfte aus Österreich.

GRI 204
BESCHAFFUNG
204-1

Anteil der Ausgaben für lokale Lieferanten

Im Geschäftsjahr 2019 wurden wesentliche Bestellungen im Wert von 82,6 Mio. EUR in Oberösterreich, davon 51,3 Mio. EUR in der Region Innviertel, vergeben. Durch den hohen Anteil an lokalen Vergaben sowie die Präsenz von Lieferantenpersonal am Standort (Nächtigung, Gastronomie, Handel)

profitieren die Betriebe in der Region und im Bundesland Oberösterreich vom Wachstumskurs der AMAG.

GRI 206
WETTBEWERBSWIDRIGES VERHALTEN
206-1

Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung

Im Jahr 2019 wurden bei der AMAG keine Verfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Verstößen gegen das Kartell- und Monopolrecht gemeldet oder festgestellt. Es wurden 2019 zudem keine erheblichen Bußgelder wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich bezahlt.

GRI-StandardAngabe
GRI 301

MATERIALIEN

301-2

Eingesetzte rezyklierte Ausgangsstoffe

Beim externen Zukauf von Rohstoffen spielt der Wertstoff Aluminiumschrott mit einem Anteil von 58 % eine dominante Rolle. Im Berichtszeitraum wurden in Summe 193.200 Tonnen Aluminiumschrott in unterschiedlichen Formen von externen Dritten bezogen. Die AMAG hat ca. 198 Lieferanten für Aluminiumschrott für ein weites Sortenspektrum. 16 Hauptlieferanten decken 50 % des gesamten Bedarfs ab. Darüber hinaus bestehen Verträge mit Kunden, die Walzwerkprodukte beziehen, zum Bezug von Produktionsabfall aus der Weiterverarbeitung oder Finalproduktion (Entfallstellen). Im Jahr 2019 belief sich der Schrotteinsatz (Zukauf inkl. Kreislaufschrott aus der eigenen Produktion) auf rund 364.600 Tonnen (2018: 366.300 Tonnen). Das entspricht einer Schrotteinsatzrate von 79 %. Diese setzt sich aus dem Einkauf externer Schrotte und dem internen Kreislaufschrott zusammen.

Eingesetzte rezyklierte Ausgangsstoffe

GRI 302ENERGIE
302-1

Energieverbrauch innerhalb der Organisation

Der gesamte Energieverbrauch am Standort Ranshofen lag 2019 bei rund 745.200 MWh (2018: 726.000 MWh). Er berechnet sich aus dem Kraftstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen (Erdgas, Diesel, Heizöl, Propangas) und dem Einsatz von elektrischem Strom. Der Kraftstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen betrug 2019 rund 499.000 MWh (2018: 484.500 MWh). Der Stromverbrauch der AMAG betrug 2019 246.200 MWh (2018: 241.500 MWh).

Die jeweiligen Energiemengen berechnen sich aus den tatsächlich gemessenen Brennstoffmengen multipliziert mit den jeweiligen Umrechnungsfaktoren. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gesamtenergieverbrauch um 3 %. Diese Steigerung ergibt sich zum einen aus dem gestiegenen Umrechnungsfaktor für den Energieinhalt von Erdgas, der für 2019 im Rahmen der nationalen Treibhausgasinventur vom Bundesministerium neu festgelegt wurde. Weiters wurde im Bereich der Gießerei mehr Erdgas für das Schmelzen, Gießen und Homogenisieren von Aluminium benötigt. Im Walzwerk stieg der Erdgas- und der Stromverbrauch ebenfalls an, dies ist u.a. auf Verschiebungen im Produktportfolio zu höherfesten und damit z.B. durch die benötigte Wärmebehandlung energieintensiveren Produkten zurückzuführen.

Bezogen auf die Energieträger im Strommix setzt die AMAG auf den Einsatz von erneuerbaren Energiequellen, um klimafreundlich zu agieren. So wurden im Jahr 2019 86 % Strom aus Wasserkraft bezogen. Der Anteil an Windenergie sowie Strom aus fester Biomasse und Photovoltaik belief sich auf 14 %. Damit fallen keine indirekten CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung an.

Energieverbrauch

302-3

Energieintensität

Der spezifische Energieverbrauch, bezogen auf die Produktionsmenge, war 2019 mit 1.160 kWh/t höher als der Vorjahreswert von 1.145 kWh/t.

Grund dafür ist, dass der Gesamtenergieverbrauch gegenüber der Produktionsmenge stärker gestiegen ist. Für die Kennzahl des spezifischen Energieverbrauchs wurde der Gesamtenergieverbrauch durch die Jahresproduktion dividiert. Die Energiemenge inkludiert alle Energieträger, die in der AMAG verwendet werden (Strom, Erdgas, Diesel, Heizöl EL, Propan). Als Nenner wurde die Jahresproduktionsmenge in Tonnen verwendet. Im definierten Basisjahr 2017 lag der spezifische Energieverbrauch, bezogen auf die Produktionsmenge, bei 1.178 kWh/t. Das Jahr 2017 wurde als Basisjahr gewählt, da zu diesem Zeitpunkt bereits ein Großteil des AMAG 2020 Erweiterungsprojektes in Betrieb genommen wurde.

Energieintensität

GRI 303WASSER
303-1

Wasser als gemeinsam genutzte Ressource

Am Hauptsitz Ranshofen wird die Wasserversorgung zur Förderung von Grundwasser über zwei Nutzwasser- und einen Trinkwasserbrunnen sichergestellt. Die Ermittlung der geförderten Mengen erfolgt über Messungen direkt an der Entnahmestelle. Ein Großteil des betrieblichen Nutzwassers wird zum Kühlen im Zuge der Gieß-, Walz- und Wärmebehandlungsprozesse verwendet. Die Nutzwasserentnahme erfolgt auf Basis eines Entnahme-konsenses. Die Nutzwasserentnahme bezieht sich auf jenen Teil der Nutzwasserförderung, der in der AMAG verwendet wird. Nutzwasser, das von anderen Firmen am Standort verbraucht wird, ist dabei nicht inkludiert. Die Kühl- und Abschreckwässer werden in den bestehenden Kühl- und Regenwasserkanal und über diesen – ebenfalls im Rahmen eines bestehenden Ableitungskonsenses – in den Inn eingeleitet. Regenwasser wird zum Großteil am Grundstück der AMAG versickert oder über den Regenwasserkanal direkt in den Inn eingeleitet, häusliches Schmutzwasser wird der Kläranlage Braunau zugeführt.

303-2

Umgang mit den Auswirkungen der Wasserrückführung

Die Kühl- und Abschreckwässer werden in den bestehenden Kühl- und Regenwasserkanal und über diesen - ebenfalls im Rahmen eines bestehenden Ableitungskonsenses - in den Inn eingeleitet. Regenwasser wird zum Großteil am Grundstück der AMAG versickert oder über den Regenwasserkanal direkt in den Inn eingeleitet, häusliches Schmutzwasser wird der Kläranlage Braunau zugeführt. Die Wasseremissionen werden kontinuierlich überprüft. Dazu werden die betrieblichen Abwässer in einem Kanal gesammelt, in dem wesentliche Parameter über Sonden laufend überwacht werden. Im Falle einer Messwertüberschreitung wird das Wasser automatisch in ein separates Becken umgeleitet. Zusätzlich zur laufenden Messung werden Tagesproben gesammelt und im Rahmen der Eigen- und Fremdüberwachung analysiert.

303-3

Wasserentnahme

Die gesamte Nutzwasserentnahme für die AMAG betrug 2019 3.656.000 m3 (2018: 3.564.000 m3). Die spezifische Nutzwasserentnahme belief sich im Jahr 2019 auf 5,7 m3/t (2018: 5,6 m3/t). Die Trinkwasserentnahme betrug 99.400 m3.

Wasserentnahme

GRI 304BIODIVERSITÄT
304-1

Eigene, gemietete oder verwaltete Betriebsstandorte, die sich in oder neben Schutzgebieten und Gebieten mit hohem Biodiversitätswert außerhalb von Schutzgebieten befinden.

Die AMAG verfügt über eine Grundstücksfläche von rund 300 Hektar. Die industriell verbaute Fläche beträgt davon rund 100 ha. 178 Hektar sind Bestandteil des eigenen Forstbetriebs, der Teil des Waldkomplexes Lachforst ist und unter Leitung eines Forstwarts bewirtschaftet wird. Dies bringt besondere

Anforderungen mit sich – ebenso wie die Nähe zu den nur wenige Kilometer entfernten Naturschutzgebieten „Unterer Inn" und „Buchenwald", dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) „Auwälder am unteren Inn" und der Vogelfreistätte „Salzachmündung" in Bayern, die strengen Naturschutzrichtlinien

unterliegen. Im Rahmen der Bautätigkeiten ist die AMAG bestrebt, Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten und die im Umfeld lebenden Tiere und Pflanzen zu schützen.

GRI 305EMISSIONEN
305-1

Direkte THG-Emissionen (Scope 1)

Scope 1-Emissionen entstehen bei der AMAG insbesondere durch die energetische Nutzung von Erdgas zum Schmelzen und Wärmebehandeln von Aluminiumlegierungen, beim Temperieren von Prozessflüssigkeiten, zur Heizung von Gebäuden sowie bei der Nutzung von Diesel für den Fuhrpark. Im Berichtsjahr 2019 betrugen die direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) 104.400 Tonnen (2018: 101.000 Tonnen).

Emissionen

305-2

Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2)

Scope 2-Emissionen entstehen bei der Erzeugung des in der AMAG verbrauchten elektrischen Stroms und werden anhand der Angaben unserer Stromlieferanten über die CO2-Intensität ihrer Elektrizitätserzeugung berechnet.

Aufgrund des Bezugs von Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen wurden 2019 keine Scope 2-Emissionen verursacht.

Emissionen

305-3

Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

Für die Berechnung der Scope 3-Emissionen werden aus Wesentlichkeitsgründen ausschließlich die vorgelagerten Emissionen aus dem Zukauf von Primäraluminium, Walzbarren und Legiermetallen berücksichtigt.

Zur Berechnung wurde der im Environmental Profile Report der European Aluminium verwendete Faktor von 8,6 Tonnen CO2eq. pro Tonne in Europa verwendetes Aluminium herangezogen. Er deckt direkte Prozesse und Hilfsprozesse, thermische Energie, Elektrizität und Transport ab. Im Berichtsjahr 2019 betrugen die Scope 3-Emissionen 1.200.000 Tonnen CO2eq.

305-4

Intensität der THG-Emissionen

Die spezifischen CO2-Emissionen (Scope 1+2), bezogen auf die Produktionsmenge (Tonnen CO2/t), betrugen 2019 0,163 CO2/Tonne (2018: 0,159 Tonnen CO2/Tonne).

305-7

Stickstoffoxide (NOX), Schwefeloxide (SOX) und andere signifikante Luftemissionen

Bei den Stickoxiden beliefen sich die spezifischen Emissionen auf 0,16 kg NOx/t, die Gesamtemission betrug 2019 100 Tonnen (2018: 111 Tonnen). Die spezifischen Kohlenmonoxidemissionen stiegen auf 0,23 kg CO/t im Jahresvergleich an (Gesamtemission 2019: 148 Tonnen). Die spezifischen Staubemissionen blieben mit 0,005 kg Staub/t stabil (Gesamtemission 2019: 3,3 Tonnen).

Für Schwefeloxide (SO2) sowie persistente organische Schadstoffe (POP), flüchtige organische Verbindungen (VOC) und gefährliche Luftschadstoffe (HAP) wurden keine Jahresmittelwerte erhoben. Feinpartikel (PM) werden als Gesamtstaub gemessen.

Luftschadstoffemissionen

GRI 306ABWASSER UND ABFALL
306-2

Abfall nach Art und Entsorgungsmethode

In der AMAG ist man bestrebt, Abfälle gemäß dem Abfallwirtschaftsgesetz 2002 zu vermeiden, zur Wiederverwendung vorzubereiten oder einer sonstigen Verwertung (z. B. energetische Verwertung) zuzuführen.
Besonderes Augenmerk liegt auf der gesetzeskonformen Entsorgung gefährlicher Abfälle (Altöl, Emulsionen, Werkstättenabfälle, Filterstaub usw.).

Das Abfallaufkommen belief sich 2019 auf 19.900 Tonnen, davon wurden 5.300 Tonnen als gefährlich und 14.600 Tonnen als nicht-gefährlich eingestuft. Bei den gefährlichen Abfällen kam es insbesondere zu einem Anstieg an Filterstäuben. Bei den nicht gefährlichen Abfällen resultiert der Anstieg zum Vorjahr aufgrund höherer Mengen an verunreinigten Böden.

Abfallmenge nach Aufteilung

GRI 307

UMWELT-COMPLIANCE

307-1

Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -verordnungen

Neben der Betrachtung der Umweltauswirkungen der normalen Geschäftstätigkeit im Rahmen des zertifizierten Umweltmanagements wurden Prozesse implementiert, die den Umgang mit abweichenden Zuständen regeln. Ein entsprechendes Umweltstörfall- und Krisenmanagement gibt Zuständigkeiten und Maßnahmen bei nicht vorgesehenen Betriebszuständen vor.

Oberstes Ziel ist es, die unerwünschte Freisetzung von Stoffen zu verhindern und damit die Gefährdung von Mensch und Umwelt auszuschließen. Im Berichtsjahr gab es keine solchen erheblichen Freisetzungen von Stoffen, keine Bußgelder und keine nicht-monetären Sanktionen aufgrund der Nichteinhaltung von Umweltgesetzen und -Verordnungen.

GRI 308BEWERTUNG VON LIEFERANTEN HINSICHTLICH ÖKOLOGISCHER ASPEKTE
308-1

Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden

Beim Einkauf von Rohstoffen hat sich die AMAG zu einem verantwortungsvollen Beschaffungsmanagement (engl. „Responsible Sourcing“) verpflichtet. Der „Responsible Sourcing“-Prozess wird für alle wesentlichen Lieferanten und Dienstleister (darunter fallen Schrott-, Primärmetall-, Walzbarren-, Legiermetalllieferanten sowie Energielieferanten und -dienstleister) der AMAG durchgeführt.

Die Basis für die Lieferantenanforderungen bildet das Dokument „Compliance Regeln für AMAG Lieferanten“, das auf der AMAG-Homepage abrufbar ist. Alle wesentlichen Lieferanten und Dienstleister haben die „Compliance-Regeln für AMAG Lieferanten“, die Umwelt-, Corporate-Governance und Sozialkriterien beinhalten, zur Kenntnis zu nehmen und einzuhalten. Sie sind in die allgemeinen Einkaufsbedingungen integriert. Der Prozess schließt eine Bewertung und Risikoevaluierung im Abstand von ein bis drei Jahren mit ein, um Verletzungen der Compliance Regeln entlang der Lieferkette vorzubeugen bzw. entgegen zu wirken. Dazu wird eine schriftliche Zustimmung eingefordert. Für Lieferanten der Kategorie „hohes Risiko“ werden Maßnahmen zur Risikominderung festgelegt. Bei Bekanntwerden einer Nicht-Einhaltung werden Maßnahmen ergriffen, um die Nicht-Einhaltung zu beheben.

GRI-StandardAngabe
GRI 401

BESCHÄFTIGUNG

401-1

Neue Angestellte und Angestelltenfluktuation

Die Fluktuationsrate ist seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau und betrug 2017 4,6 %. Darin inkludiert sind sämtliche Abgänge (exklusive Pensionierungen und Lösungen des Dienstverhältnisses wegen Zeitablauf und in der Probezeit).

Die Anzahl der bis 31. Dezember 2019 neu eingestellten Mitarbeiter belief sich auf 236, davon waren 196 Männer und 40 Frauen.

Neueintritte ; Austritte

GRI 402
ARBEITNEHMER-ARBEITGEBER-VERHÄLTNIS
402-1

Mindestmitteilungsfrist für betriebliche Veränderungen

Betreffend Mindestmitteilungsfristen von betrieblichen Veränderungen hält sich die AMAG durchgängig an die in Österreich geltenden Gesetze und Verordnungen sowie die im Kollektivvertrag für die „Eisen- und metallerzeugende und -verarbeitende Industrie“ vereinbarten Bestimmungen. Im Berichtszeitraum gab es keine signifikanten Änderungen, die Mitarbeiter erheblich betreffen und einer Meldung bedurft hätten.

GRI 403
ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ
403-1-403-8

Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Im Bereich Arbeitssicherheit lautet der Grundsatz „Null Toleranz für Unfalle“. Der Vorstand und die Geschaftsführungen tragen die Verantwortung für die Leistungen in diesem Bereich. Ihre Aufgabe ist es, strategische Ziele festzulegen und kontinuierliche Verbesserungen sicherzustellen. Arbeitssicherheit ist Bestandteil des Bereichs Managementsysteme und fußt auf den vier Säulen Arbeitsplatzevaluierung, Zwischenfalls-/Sicherheits-Auditdatenbank, Rechtskonformität und Maschinensicherheit. Umfangreiche Sicherheitsanweisungen und Schulungsmaßnahmen, Sicherheitsaudits sowie Workshops im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) dienen der Zielerreichung.

Um Gefährdungen zu minimieren, werden laufend die Ursachen der aufgezeichneten Zwischenfalle (Beinah-Unfälle, Unfälle, gefährliche Situationen) sowie die Umsetzung und Wirksamkeit der daraufhin

getroffenen Gegenmaßnahmen analysiert. Dazu tragen Zertifizierungen und Arbeitsschutzausschüsse ebenso bei wie Richtlinien und Sicherheitsanweisungen. Die Prozesse und Standards im Bereich Arbeitssicherheit sind nach der neuen, internationalen Norm EN ISO 45001 ausgerichtet, zertifiziert und in das bestehende Managementsystem integriert.

Der AMAG ist es ein großes Anliegen, dass auch alle Fremdfirmen, die am Firmensitz tätig sind, so sicher wie möglich arbeiten. Die sichere Zusammenarbeit mit Mitarbeitern von Fremdfirmen regelt eine digitale Sicherheitsunterweisung mit Selbsttest, die von den operativen Mitarbeitern der Fremdfirmen nachweislich durchzufuhren sind. Die zentralen Grundsatze und Anforderungen betreffend Arbeitssicherheit und Menschenrechte sind in den Compliance-Regeln für AMAG-Lieferanten beschrieben. 100 % der Mitarbeiter und Leiharbeiter werden durch ein Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz vertreten.

Oberstes Aufsichtsgremium ist der Sicherheitslenkungsausschuss (SILAS). Unter der Leitung des Vorstands wird im SILAS halbjährlich die Wirksamkeit des Arbeits- und Gesundheitsschutzes überprüft. Der Sicherheitslenkungsausschuss entscheidet über die Sicherheits- und Gesundheitspolitik und bewertet die Wirksamkeit des Arbeits- und Gesundheitsschutzes anhand der festgelegten Leistungsindikatoren sowie die Rechtskonformität. Er beschliesst notwendige Korrekturmaßnahmen, initiiert Arbeitsthemen und -gruppen. Mitglieder sind die Geschäftsführungen der operativen Gesellschaften, verantwortliche Beauftragte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsfachkräfte, die Arbeitsmedizin, die Personalabteilung sowie der Konzernbetriebsrat. Ergänzt wird dieses System durch regelmäßige Sicherheitsaudits.

Im Arbeitsschutzausschuss werden die vorgefallenen Sicherheitszwischenfalle mit den eingeleiteten Maßnahmen sowie Schwerpunkthemen aus Sicherheitsaudits sowie diverse Auswertungen und Kennzahlen behandelt. Er legt Verbesserungsmaßnahmen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz fest und entscheidet, welche Themen zusätzlich im SILAS behandelt werden sollen. Des Weiteren ist eine Sicherheitsfachkraft installiert. Ihr kommen die Aufgaben der sicherheitstechnischen Beratung der Vorgesetzten und Mitarbeiter, der Lenkung von Arbeitssicherheitsgesetzen und der Kontaktaufnahme und Meldungen von Arbeitsunfällen zu außerbetrieblichen Organisationen zu.

Sicherheitsvertrauenspersonen (SVP) informieren und unterstützen die Mitarbeiter bei Sicherheits- und Gesundheitsschutzthemen. Sie achten zudem auf die Umsetzung der Schutzmaßnahmen und das Vorhandensein sowie die Anwendung entsprechender Vorkehrungen.

Mithilfe von internen und externen Audits wird regelmäßig überprüft, ob das Arbeitssicherheitssystem wirksam ist und internationalen Standards entspricht. Nach jedem schweren Unfall werden zudem gesonderte interne Audits durchgeführt.

Die Auditergebnisse 2019 haben gezeigt, dass das Arbeitssicherheitssystem greift. Neben den Audits helfen auch Arbeitssicherheitskennzahlen bei der Ursachenforschung und ermöglichen eine umfassende Risikoanalyse. So kann erkannt werden, in welchen Bereichen die Anstrengungen verstärkt und präventive Maßnahmen abgeleitet werden müssen. Die AMAG arbeitet intensiv daran, Unfalle weiter zu reduzieren.

Die AMAG-Arbeitsmedizin, als Teilbereich der Personalabteilung, ist zentraler Ansprechpartner bei allen gesundheitsrelevanten Themen wie Erste Hilfe, ärztliche Untersuchung, Gesundheitsforderung und Beratung. Die AMAG ist Träger des Gütesiegels für Betriebliche Gesundheitsforderung (BGF), eine der höchsten nationalen Auszeichnungen für Unternehmen im Bereich Mitarbeitergesundheit. Die gesundheitsorientierten Maßnahmen für die Mitarbeiter am Standort Ranshofen wirken vor allem in den Bereichen Arbeitssicherheit, Ergonomie, Ernährung und psychosoziale Gesundheitsvorsorge. Betriebliche Gesundheitsförderung wird bei der AMAG kontinuierlich und konsequent in möglichst alle relevanten Ablaufe und Prozesse eingebracht und ist in das bestehende KVP-System (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) eingebunden. So kann sich jeder Mitarbeiter mit Vorschlägen und Lösungsansätzen zu gesundheitsrelevanten Themen im Rahmen des KVP-Prozesses einbringen.

In Arbeitssicherheitssitzungen der einzelnen Gesellschaften werden die Mitarbeiter bzw. deren Vertretungsorgane aktiv zu Themen der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz eingebunden.

Um auf Sicherheitszwischenfälle im Produktionsbereich aufmerksam zu machen und sicherheitsbewusstes Verhalten zu fördern, wurden im Berichtsjahr 2019 achtzehn Ad-hoc-Schulungen durchgeführt.

Zur einfacheren, digitalen Erfassung zusätzlicher Sicherheitsrundgänge in den Produktionsbereichen wurde den damit betrauten Mitarbeitern eine Handy-App mit 16 Checklisten als Bewertungsgrundlage zur Verfügung gestellt. Im Vorfeld der Implementierung der App wurden rund 40 Anwender zur Vorgehensweise beim Durchführen der Rundgänge sowie zur Funktion und Bearbeitung der App geschult.

Mit einem neuen Sensibilisierungskonzept (Workshops mit Führungskräften und den SVP) wurden verstärkte Maßnahmen gegen die steigende Unfallhäufigkeit gesetzt. Das Konzept sieht Schulungen neuer Mitarbeiter nach Arbeitsbeginn vor und beinhaltet allgemeine Unterweisungen, Vor-Ort-Begehungen mit Besichtigungen der Anlagen sowie Hinweise auf spezielle Gefährdungen. Um den Stellenwert der Sicherheitsvertrauenspersonen im Unternehmen zu heben, wurde eine Beschriftung an der Arbeitsbekleidung (gleich einem Ersthelfer) und die Einbindung der Sicherheitsvertrauenspersonen in Sicherheitsrundgänge vorgenommen.

Eine weitere Maßnahme ist die Ausstattung der Mitarbeiter im Bereich Walzen mit neuer Arbeitsbekleidung und neuen Schutzhelmen. Der Umsetzungstermin für die Umstellung auf die neue Arbeitsbekleidung ist im Jahr 2021 geplant. Um arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken zu erkennen, wurde die Schwerpunktaktion „karzinogene Stoffe“ gestartet. Dabei werden Arbeitsstoffe auf karzinogene Inhalte überprüft und bei Erreichung von Grenzwerten Maßnahmen definiert bzw. diese durch Ersatzstoffe ausgetauscht.

Im Bereich Arbeitsmedizin erhielten alle neuen Mitarbeiter Einstellungsuntersuchungen mit einer anschließenden Gesundheitsberatung. Lehrlingen wurde im Rahmen ihrer Lehrlingsausbildung ein Erste-Hilfe-Kurs sowie ein Sensibilisierungskurs zum Thema Suchtprävention angeboten.

Allen Mitarbeitern wird jährlich die Möglichkeit zum AMAG Vital Check geboten. Er stellt eine freiwillige, kostenlose Gesundenuntersuchung mit jährlich wechselndem Schwerpunkt und individueller Gesundheitsberatung durch den Arbeitsmediziner dar. 2019 wurde hier erneut ein Teilnehmerrekord erzielt:

341 Mitarbeiter nutzten die Möglichkeit des „Vital Checks“ mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es lässt sich somit ein positiver Trend zu verstärktem Gesundheitsbewusstsein und zur Gesundheitsvorsorge beobachten.

Um das Gesundheitsbewusstsein zu stärken, wurde das Angebot eines Vital-Menüs in der Betriebskantine weiter fortgesetzt. Zudem wurden erneut RückenFit-Kurse und ein kostenloses Nichtraucherseminar angeboten. Mit Firmenveranstaltungen wie dem alljährlichen AMAG-Skitag oder die

Teilnahme an Laufveranstaltungen werden Mitarbeiter zur sportlichen Betätigung motiviert. So war die AMAG 2019 mit 41 Läufern beim WKO-Businesslauf in Linz vertreten. Für die gute Sache waren 43 Läufer im AMAG-Team beim Wings for Life Run in München unterwegs. Mit der Teilnahme wird die Forschungsarbeit zur Heilung von Querschnittslähmung finanziell unterstützt.

403-9

Arbeitsbedingte Verletzungen

Maßgeblich für die Bewertung der Leistung im Bereich Arbeitssicherheit ist die Sicherheitskennzahl TRIFR (Total Recordable Injury Frequency Rate). Sie misst die Unfälle (pro Kopf) mit Ausfall (LTI = Lost Time Injury) plus die Zwischenfälle mit ärztlicher Behandlung pro 200.000 Arbeitsstunden. Wege- und Fremdmitarbeiterunfälle werden nicht miteinbezogen.

2019 wurde das Ziel, die Zahl der Arbeitsunfälle zu senken, nicht erreicht. Bei der TRIFR zeigt sich ein Anstieg von 2,3 im Jahr 2018 auf 2,9 im Berichtsjahr 2019 (TRIFR exklusive Leiharbeiter: 2,7).

Eine Analyse der Verletzungen aufgrund von Unfällen zeigte, dass die meisten Arbeitsunfälle (Unfälle mit Ausfall) Stürzen und Stolpern, Einklemmen und Schneiden waren. Die AMAG gibt sich mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und hat die Anstrengungen im Arbeitsschutz insbesondere durch das neue Sensibilisierungskonzept erhöht. Der Anstieg wird unter anderem auf Neueintritte von Mitarbeitern bei Anlagen sowie fehlendes Sicherheitsbewusstsein zurückgeführt.

Die Rate der Arbeitsausfalltage (Definition LDR: Anzahl Ausfalltage aufgrund von Unfällen/Arbeitsstunden x 200.000 Stunden inkl. Wochenenden und Feiertagen) betrug im Berichtsjahr 2019 bei Mitarbeitern 108 und bei Leiharbeitern 87, die Anzahl an Arbeitsausfalltagen belief sich bei Mitarbeitern auf 1.471 Tage und bei Leiharbeitern auf 21 Tage. Die Verletzungsrate (Definition IR: Aufzeichnungsrelevante Arbeitsunfälle/Arbeitsstunden x 200.000 Stunden) betrug im Berichtsjahr 2019 bei Mitarbeitern 2,9, bei Leiharbeitern 12,4. Die Anzahl an Arbeitsunfällen belief sich bei Mitarbeitern auf 40 Unfälle, bei Leiharbeitern auf 3 Unfälle.

Trotz der intensiven Sicherheitsmaßnahmen kam es im September 2019 im Bereich der Gießerei zu einem tödlichen Arbeitsunfall eines Mitarbeiters einer Fremdfirma. Der tödliche Stromschlag ereignete sich im Zuge von Wartungsarbeiten bei einer Schaltanlage. Ursache war das Nicht-Einhalten der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen bei Reparaturarbeiten an einem defekten elektrischen Bauteil durch den Arbeitsverantwortlichen der Fremdfirma. Als Reaktion auf den Arbeitsunfall wurde eine Sondersitzung einberufen und auf die Null-Toleranz-Strategie bei der Nichteinhaltung von Sicherheitsvorgaben durch Fremdmitarbeiter verwiesen. Des Weiteren wurde eine Ad-hoc-Fachschulung für Mitarbeiter aus dem Bereich Elektrotechnik durchgeführt.

GRI 404AUS- UND WEITERBILDUNG
404-1

Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestelltem

In den Bereichen Aus- und Weiterbildung wurde 2019 das Angebot ausgebaut und Kompetenzen dort vermittelt, wo Bedarf bestand. Im Berichtsjahr 2019 wurden von den Mitarbeitern 36.006 Ausbildungsstunden

absolviert. Die durchschnittliche jährliche Aus- und Weiterbildungszeit pro Mitarbeiter lag bei Arbeitern bei 9 Stunden, bei Angestellten bei 11 Stunden. Die hohe Anzahl von 273 Ausbildungsstunden bei Lehrlingen ergibt sich durch die externe Ausbildung im Ausbildungszentrum Braunau.

Ausgenommen von der Erfassung sind Aus- und Weiterbildungsstunden im Rahmen der Alu-Akademie sowie die Teilnahme an Vorträgen und Konferenzen. Der Rückgang an Aus- und Weiterbildungsstunden resultiert aus der zunehmenden Fokussierung auf fachspezifische Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die mit einer Reduktion von allgemeinen Fortbildungen im Bereich Soft Skills einherging.

Aus- und Weiterbildungsstunden

404-3

Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmäßige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer Karriereentwicklung erhalten

Ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung ist das jährliche Mitarbeiterzielsetzungs- und Entwicklungsgespräch (MAZEG) zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten, das auf das vergangene Jahr zurückblickt, Ziele für die Zusammenarbeit sowie Aus- und Weiterbildung im neuen Jahr steckt und zur Beurteilung der fachlichen Leistung dient. Anerkennung und Wertschätzung für gute Arbeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Beteiligung der Mitarbeiter, für die das MAZEG verpflichtend ist, beträgt 100 %. Lehrlinge, Mitarbeiter mit Abwesenheitsgründen (beispielsweise Präsenz-/Zivildienst, Mutterschutz, Karenz) und Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis kürzer als sechs Monate besteht, sind davon ausgenommen.

GRI 405
VIELFALT UND CHANCENGLEICHHEIT
405-1

Vielfalt in den Leitungsorganen und bei den Angestellten

Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats siehe Geschäftsbericht S. 84 ff.

Zusammensetzung der Mitarbeiter nach Diversitätsaspekten

GRI 406
GLEICHBEHANDLUNG
406-1

Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen

Im Berichtsjahr wurden keine Diskriminierungsfälle gemeldet.

GRI 419

SOZIOÖKONOMISCHE COMPLIANCE

419-1

Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich

Es wurden 2019 keine erheblichen Bußgelder wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich bezahlt.

Seit dem Berichtsjahr 2017 veröffentlichen wir innerhalb unseres Lageberichts eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung (nfE) und kommen damit unserer Berichtspflicht gemäß Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) nach.

Sie fasst die für AMAG wesentlichen Angaben zu den fünf geforderten Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung inhaltlich zusammen.

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