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Innovation

Die AMAG konzentriert sich seit vielen Jahren auf die verantwortungsvolle und ressourcenschonende Produktion von Aluminium. Eine hohe Recyclingkompetenz, insbesondere stärker verunreinigter Schrotte sowie anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung bilden dabei die Basis für die Innovation nachhaltiger Produkte. Die Innovations- und F&E-Tätigkeiten der AMAG sind der Treiber zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Entwicklung kundenspezifischer Problemlösungen im Zuge der Strategie des profitablen Wachstums. Viele der Produktinnovationen adressieren direkt oder indirekt aktuelle und globale gesellschaftliche bzw. ökologische Themen – wie die Verknappung fossiler Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, Klimawandel und Mobilität. Besonderes Augenmerk gilt dabei Lösungen, die Closed Loop-Konzepte mit Kunden sowie Alloy-to-Alloy-Recycling ermöglichen bzw. recyclingfreundliche Legierungen und Cross-over-Legierungen zulassen, Umweltauswirkungen reduzieren (z.B. Leichtbauteile) und neue sowie verbesserte Anwendungsmöglichkeiten bieten. 

Angabe
Management

Die Verantwortung für die Koordination von Forschung, Entwicklung und Technologie der einzelnen Gesellschaften liegt im Fachbereich Corporate Technology, dessen Leitung direkt an den Technikvorstand berichtet. Der Fachbereich ist für die Erarbeitung, Weiterentwicklung und Umsetzung der F&E-Strategie, Kooperationen mit (außer-)universitären Forschungsinstituten, die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen, die anwendungsorientierte Werkstoffentwicklung, digitale Technologien zur Analyse und die IP-Strategie (IP= intellectual property) zur Sichtung, Sicherung und Verwertung von geistigem Eigentum zuständig. In den operativen Gesellschaften sind zudem eigene Technologiebereiche installiert. In der Gießerei liegen die Schwerpunkte auf Recycling, Metallurgie, Metallanalytik sowie Gießtechnologien. Im Walzwerk liegen die Schwerpunkte auf der branchenspezifischen Material- und Prozessentwicklung, der Prozessoptimierung und der Materialprüfung.

Die akkreditierte Prüfstelle mit den Abteilungen Spezialaufgaben, Chemie/Oberfläche, Materialprüfung und Umweltmesstechnik liefert die erforderlichen Prüfzeugnisse und die zur Beurteilung der F&E-Versuchsergebnisse erforderlichen Kenngrößen.

Bei der Weiterentwicklung der Produkte und Prozesse wird die AMAG von einem wissenschaftlich-technologischen Beirat unterstützt. Der Beirat ist seit dem Jahr 2008 ein wichtiger Begleiter der AMAG und setzt sich aus acht Professoren verschiedener Universitäten (ETH Zürich, JKU Linz, Montanuniversität Leoben, Technische Universität Wien, Technische Universität Graz, Max-Planck-Institut in Düsseldorf) zusammen. Die Experten des Beirats unterstützen wissenschaftlich orientierte Projekte oder stehen AMAG bei fachlichen Themenstellungen zur Seite. Ebenso studieren die Mitglieder aktuelle Fachliteratur und kommunizieren wichtige Publikationen, wissenschaftliche und technologische Entwicklungen und Trends oder Patentanmeldungen. Das halbjährlich tagende Beiratsgremium entwickelt innovationsfördernde Maßnahmen, welche unter anderem in der F&E-Strategie der AMAG berücksichtigt werden und deren Umsetzung laufend kontrolliert wird.

Mehr Informationen dazu sind im Geschäftsbericht 2021 einsehbar.

Ziele

Ziel 2021: 

  • Steigerung des Spezialitätenanteils der AMAG um 1,5 % (Absatz in Tonnen) pro Jahr sowie Forschungstransfer und Steigerung der wissenschaftlichen Forschungstiefe durch jährliche Anzahl von mindestens 3 neuen Dissertationen sowie mindestens 12 laufenden Dissertationen

Zentrale Maßnahmen:

  • Digitalisierung und Automatisierung in der Werkstoffprüfung
  • Vorantreiben der Digitalisierung durch statistische Analysen mittels Cloud Computing, Big Data und Machine Learning sowie Material Tracking
  • Zusammenarbeit mit Instituten in mehrjährigen Projekten und Ausbau des wissenschaftlichen Netzwerks
  • Gezielter Aufbau von Dissertationskandidaten für die längerfristige Bindung
  • Entwicklung von Spezialprodukten und effizienten Produktionsprozessen
  • Erschließung neuer Anwendungen für AMAG-Produkte
  • Wissenschaftlich-technologischer Beirat: Neues Mitglied mit AMAG components-Agenden
  • AMAG Innovationspreis 2021 zur Förderung der Qualität von F&E und Technologie

Ziel 2022 / mittelfristig:

  • Steigerung des Spezialitätenanteils der AMAG um 1,5 % (Absatz in Tonnen) pro Jahr sowie Forschungstransfer und Steigerung der wissenschaftlichen Forschungstiefe durch jährliche Anzahl von mindestens 3 neuen Dissertationen sowie mindestens 12 laufenden Dissertationen 
Ergebnisse

Ergebnisse:

 

Im Berichtsjahr 2021 wurde der wissenschaftlich-technologische Beirat in Bezug auf AMAG components erweitert. Ein neues Mitglied unterstützt fortan im Bereich der zerspanenden Bearbeitung von Aluminium und Titan.

Innovationen bilden die Grundlage des Unternehmenserfolgs.

 

Mit 148 Mitarbeitern (Stichtag 31.12.2021/Köpfe) im Bereich Forschung und Entwicklung sowie Aufwendungen in diesem Bereich von rund 16,7 Mio. EUR (2020: 14,6 Mio. EUR) positioniert sich die AMAG-Gruppe als Innovationsführer. Diese Stärke wird weiter ausgebaut, indem Forschung und Entwicklung enger verzahnt, Kundenanforderungen stärker in Innovationsprozesse einbezogen sowie Kooperationen mit Kunden und externen Partnern ausgeweitet werden.

 

Die AMAG weist einen derzeitigen Spezialitätenanteil von 42 % (2020: 41 %) aus. 

 

Eine Säule bei der Rekrutierung akademischer Experten ist die laufende Betreuung von Dissertationen, Master- und Diplomarbeiten sowie Bachelorarbeiten. Ziel der AMAG ist es, jedes Jahr die Betreuung von drei neuen Dissertationsprojekten zu starten. Insbesondere durch die Betreuung von Abschlussarbeiten können potenzielle Nachwuchskräfte frühzeitig an das Unternehmen gebunden und die Akademikerquote konstant hochgehalten werden. Im Berichtsjahr 2021 lag die Akademikerquote in Ranshofen unverändert bei 11 %, bei AMAG components bei 9 %. Es wurden zehn laufende und  fünf gestartete Dissertationen über das CMI (Center for Material Innovation) betreut. Zwei ehemalige Dissertanten konnten als neue Mitarbeiter für die AMAG gewonnen werden. Sie setzten ihre Arbeit unter anderem auf demselben Themengebiet fort. Sofern erforderlich, wurden bereits Nachfolgedissertationen zu wichtigen Themengebieten gestartet. Damit befindet man sich im Zielkorridor von 12 laufenden Dissertationen.

Gemeinsam mit der B&C Privatstiftung wurde 2021 ein weiterer Kooperationsvertrag mit dem Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie an der Montanuniversität Leoben unterzeichnet. Damit verbunden ist die Finanzierung eines „Aluminium Microstructure Analysis Gainhub (AMAGh)“, um die Aluminiumforschung in Österreich weiter zu stärken. Mit dieser Investition wird im Sinne der bereits in den letzten Jahren etablierten Stiftungsprofessur das Heranführen von hochqualifizierten Forschern an die Habilitation sowie eine exzellente Forschungsinfrastruktur erneut unterstützt, womit am Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie Forschungsthemen der AMAG auf höchstem Niveau bearbeitet werden können. Der Schwerpunkt dieser Kooperation liegt auf der Erforschung der Mikrostruktur von Aluminium, um dessen Eigenschaften in der weiteren Verarbeitung und Anwendung steuern zu können. Der Kooperationsvertrag sieht einen finanziellen Beitrag der beiden Stiftungspartner AMAG und B&C im Ausmaß von mehr als einer Million Euro über die Laufzeit von sieben Jahren vor.

Die strategischen Stoßrichtungen im Bereich Digitalisierung wurden in einem Digitalisierungskompass zusammengefasst. Er beinhaltet die drei Ziele „operative Exzellenz“, „Produktführerschaft“ und „Partnernähe“ mit acht definierten Handlungsfeldern. Im Sinne der Nachhaltigkeit als übergeordnete Klammer müssen alle Digitalisierungsaktivitäten einen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen aufweisen. Insbesondere der Ausbau der Dateninfrastruktur (Handlungsfeld „Predictive Management“) mit Hilfe von Big Data-Lösungen trägt dazu bei, große Datenmengen im Produktionsbereich effizient zu speichern, aufzubereiten und zu verarbeiten. Dadurch können Prozessgrenzen besser gesetzt und negativen Einflüssen gezielt entgegengewirkt werden. Weitere Informationen dazu im AluReport 03/2019.