Die Forschungsstrategie der AMAG zielt auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Entwicklung kundenspezifischer Problemlösungen sowie dezidierten Spezialprodukten ab und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Wachstums-strategie.

Ein hoher Grad an Spezialisierung, modernste Produktionstechnologien sowie eine weitreichende Digitalisierung spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Auch die Optimierung von Materialeigenschaften sowie der effiziente Materialeinsatz gehören zu den F&E-Aktivitäten. Dabei setzt die AMAG insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden aus technologisch herausfordernden Branchen mit hohem Innovationspotenzial (z.B. Automobil, Luftfahrt).

Innovation

Die Verantwortung für die Koordination von Forschung, Entwicklung und Technologie der einzelnen Gesellschaften liegt im Fachbereich Corporate Technology, dessen Leitung direkt an den Technikvorstand berichtet. Der Fachbereich ist für die Erarbeitung und Umsetzung der F&E-Strategie, Kooperationen mit (außer-)universitären Forschungsinstituten, die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen, die anwendungsorientierte Werkstoffentwicklung und die IP-Strategie (IP= intellectual property) zur Sichtung, Sicherung und Verwertung von geistigem Eigentum zuständig. In den operativen Gesellschaften sind zudem eigene Technologiebereiche installiert. In der Gießerei liegen die Schwerpunkte auf Recycling, Metallurgie, Metallanalytik sowie Gießtechnologien. Im Walzwerk liegen die Schwerpunkte auf der branchenspezifischen Material- und Produktentwicklung, der Prozessoptimierung und der Materialprüfung.

 

Die akkreditierte Prüfstelle mit den Abteilungen Metallografie/Physik, Oberflächentechnologie, Chemische Analytik, Umweltmesstechnik und Materialprüfung liefert die erforderlichen Prüfzeugnisse und die zur Beurteilung der F&E-Versuchsergebnisse erforderlichen Kenngrößen.

 

 

 

 

 

Forschungskooperationen reichen von Grundlagenforschung und klassischer Auftragsforschung bis hin zur Entwicklung von konkreten Produkten. Die AMAG unterstützt Bachelor-, Master- und Dissertationsprojekte, ist Partner des Christian-Doppler Labors und wirkt an mehreren COMET-Kompetenzzentren mit (Materials Center Leoben, Pro2Future, AC²T). Nicht zuletzt wird eine Stiftungsprofessur an der Montanuniversität Leoben finanziert und europaweit in mehreren Arbeitskreisen im Bereich der Materialentwicklung gearbeitet. Diese Maßnahmen dienen sowohl dem Aufbau von Know-how als auch der Personalentwicklung.

Weitere Kooperationen bestehen mit der Montanuniversität Leoben, den Technischen Universitäten Wien und Graz, der ETH Zürich, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Johannes Kepler Universität Linz, dem LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen, dem FELMI-ZFE Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik - Zentrum für Elektronenmikroskopie, der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, den COMET-Zentren Pro²Future und Materials Center Leoben und dem Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf.

Zentrale Maßnahmen im Bereich Innovation sind:

  • Zusammenarbeit mit Instituten in mehrjährigen Projekten und Ausbau des wissenschaftlichen Netzwerks
  • Kontinuierlicher Aufbau von Dissertationskandidaten für die längerfristige Bindung
  • Entwicklung von Spezialprodukten und effizienten Produktionsprozessen
  • Erschließung neuer Anwendungen für AMAG-Produkte
  • Vorantreiben der Digitalisierung (Automation, Simulation, Datenaustausch, statistische Analysen im Rahmen von Big Data, Tracking)
  • Zertifizierung nach weiteren, internationalen Standards
  • Verlängerung der Wertschöpfungskette (z.B. mechanische Bearbeitung)
  • Wissenschaftlich-technologischer Beirat: Umsetzung der Empfehlungen

Die strategischen Stoßrichtungen im Bereich Digitalisierung wurden in einem Digitalisierungskompass zusammengefasst. Er beinhaltet die drei Ziele „operative Exzellenz“, „Produktführerschaft“ und „Partnernähe“ mit acht definierten Handlungsfeldern. Im Sinne der Nachhaltigkeit als übergeordnete Klammer müssen alle Digitalisierungsaktivitäten einen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen aufweisen. Insbesondere der Ausbau der Dateninfrastruktur (Handlungsfeld „Predictive Management“) mit Hilfe von Big Data-Lösungen trägt dazu bei, große Datenmengen im Produktionsbereich effizient zu speichern, aufzubereiten und zu verarbeiten. Dadurch können Prozessgrenzen besser gesetzt und negativen Einflüssen gezielt entgegengewirkt werden. Weitere Informationen dazu im AluReport 03/2019

Im Geschäftsjahr 2019 betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der AMAG Gruppe 15,5 Mio. EUR, davon in Ranshofen 15,2 Mio. EUR (2018: 15,1 Mio. EUR). Insgesamt waren im Jahr 2019 155 Mitarbeiter (Stichtag 31.12./ Köpfe) mit F&E- sowie Innovationsaufgaben beschäftigt. Dies entspricht einem Zuwachs von 10 % im Vergleich zum Vorjahr (2018: 141 Mitarbeiter).

Kundenbeziehung und konsequente Kundenorientierung

Die Erwartungen der Kunden sind für die Produktentwicklung, den Service und die Qualitätssicherung der AMAG maßgeblich. Dementsprechend hat sich die AMAG zum Ziel gesetzt, das Verständnis für Kundenbedürfnisse und Kundenbeziehungen weiter zu vertiefen. Dadurch will das Unternehmen in Prozessen und Leistungen immer besser werden sowie durch exzellenten Service überzeugen. Die Kunden der AMAG sind in unterschiedlichen Industrien, wie der Transportindustrie mit Schwerpunkt auf Luftfahrt und Automobil, der Bau- und  Maschinenbauindustrie, der Sportartikel- und Elektronikindustrie sowie der Verpackungsindustrie, als auch der erneuerbaren Energieerzeugung tätig. Tragfähige, langjährige Kundenbeziehungen schaffen eine vertrauensvolle Basis für die Zusammenarbeit und Ausweitung der Geschäftsbeziehungen. Bei der Entwicklung neuer Produkte arbeitet die AMAG eng mit Kunden zusammen. Diese stetige Weiterentwicklung und die langfristigen Partnerschaften sind somit Grundlage für die nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Der integrierte Standort Ranshofen mit Walzwerk und Gießerei ermöglicht in Verbindung mit der gesicherten Primärmetallbasis durch die Alouette-Beteiligung in Kanada eine reaktionsschnelle und flexible Abdeckung von Kundenbedürfnissen.

Die besondere Stärke der AMAG steckt im kreativen Potenzial und im Engagement der Mitarbeiter. Mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) wird ihnen die Möglichkeit gegeben, aktiv Arbeitsabläufe mitzugestalten. Im Falle der erfolgreichen Umsetzung ihrer Verbesserungsvorschläge erhalten sie Prämien, die sich am Nettonutzen des Vorschlags orientieren. Damit wird aktiv die Kultur der Veränderung und stetigen Verbesserung gefördert.

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 14.629 Verbesserungsvorschläge eingereicht, rund 77 % davon wurden umgesetzt. Ein wesentlicher Fokus im Jahr 2019 wurde auf das Thema Vorschlagsqualität gelegt und dazu ein Leitfaden für Ideenmanagement erstellt.

In Schwerpunkt-Workshops wurden an den Themen Qualität und Energieeinsparung bzw. Energieeffizienz gearbeitet. Weitere KVP-Themenschwerpunkte im Jahr 2019 waren das Eliminieren von Verschwendungen, die Weiterentwicklung der KVP-Standards, der Arbeitssicherheit sowie Ressourceneffizienz.

Seit dem Berichtsjahr 2017 veröffentlichen wir innerhalb unseres Lageberichts eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung (nfE) und kommen damit unserer Berichtspflicht gemäß Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) nach.

Sie fasst die für AMAG wesentlichen Angaben zu den fünf geforderten Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung inhaltlich zusammen.

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