Energie und Emissionen

Um die bei der Gewinnung und Verarbeitung von Aluminium entstehenden Emissionen zu reduzieren und die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren, sind entsprechende Klimaschutzmaßnahmen zwingend erforderlich. Auswirkungen des Klimawandels bedrohen die Gesamtgesellschaft und bergen auf Industrieebene finanzielle Risiken. Die Vorgaben der Europäischen Union sehen die Klimaneutralität als Ziel für 2050 vor. Österreich hat sich dieses Ziel bereits ab dem Jahr 2040 gesetzt.

GRI-StandardAngabe
Management

Die AMAG ist bestrebt Aluminiumprodukte mit hohem Recyclingeinsatz herzustellen und damit deutlich weniger Energie, als bei der Primärherstellung einzusetzen. Wesentliche Energieverbraucher am Produktionsstandort Ranshofen sind die Gießereien und Walzwerke. In den Gießereien wird Erdgas zum Schmelzen und Temperieren von Aluminium verwendet. Durch die Nutzung der Ofenabluft zur Vorwärmung der Verbrennungsluft mit sogenannten Regenerativbrennern werden seit Jahren signifikante Energieeinsparungen erzielt.

Im Walzwerk wird der Großteil der elektrischen Energie zum Antrieb der Walzgerüste sowie elektrische Energie und Erdgas zur Wärmebehandlung der Aluminiumbänder und -platten eingesetzt.

Im Rahmen des nach ISO 50001 zertifizierten Energiemanagementsystems wird der Energieverbrauch laufend nach Bereichen (Anlagen, Prozesse, Systeme) sowie Einflussfaktoren (z.B. Produktmix) analysiert.

 

In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachverantwortlichen werden darauf aufbauend Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz identifiziert. Bei der energetischen Bewertung werden auch die vergangenen Bewertungen sowie die zukünftigen Energieverbräuche in Betracht gezogen.

 

Die AMAG-Mitarbeiter leisten darüber hinaus im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) wertvolle Beiträge zum Umweltschutz und zur effizienten Nutzung von Energie.

 

Bei der Beschaffung von Energiedienstleistungen und bei Investitionen, die sich wesentlich auf den Energieverbrauch auswirken, werden vor der Beschaffung alle energierelevanten Kriterien geprüft.

 

Bei Investitionsprojekten erfolgt dies durch den Energiebeauftragten im Rahmen der Relevanzprüfung. Lieferanten von Energiedienstleistungen, Produkten und Einrichtungen, die eine Auswirkung auf den wesentlichen Energieeinsatz haben, werden darüber informiert, dass die Bewertung der Beschaffung teilweise auf der energiebezogenen Leistung basiert.

 

In der AMAG-Einkaufsrichtlinie sind Anforderungen für die Beschaffung von Energie und energierelevante Einkaufskriterien für Einrichtungen und Produkte festgelegt. Neue Anlagen (z.B. Schmelz- oder Gießöfen) entsprechen dem Stand der Technik oder gehen darüber hinaus.

 

Mehr Informationen dazu sind im Geschäftsbericht 2021 einsehbar.

Ziele

Ziel 2021: 


Kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung sowie Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen unter Berücksichtigung des Energieeffizienzgesetzes sowie nationaler und europäischer CO2-Reduktionsziele durch:

 

1. Ausbau der Eigenenergieerzeugung durch Installation einer Photovoltaikanlage mit einem Ertrag von ca. 6.000 MWh pro Jahr

2. Evaluierung von Potenzialen und Optimierung der Zulieferkette in Hinblick auf CO2-Emissionen

3. Aktualisierung des Energie- und Umweltprogramms unter Berücksichtigung neuer Anforderungen sowie der Vertiefung und Erweiterung der Wertschöpfungskette

 

Zentrale Maßnahmen:

  • Erstellung einer Dekarbonisierungs-Roadmap
  • Erhöhung der Energieeffizienz durch Abwärmenutzung sowie Prozess- und Anlagenoptimierungen
  • Stromeinsparung durch effizientere Hallenbeleuchtung
  • Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter durch Schulungen und Workshops
  • Inbetriebnahme der größten Aufdach-Photovoltaikanlage Österreichs

Ziel 2022 / mittelfristig:

  • Kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung sowie Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen unter Berücksichtigung nationaler und europäischer CO2-Reduktionsziele durch Umsetzung der AMAG-Dekarbonisierungsroadmap:
  • Scope 1+2: Reduktion der CO2-Emissionen um 40% (spezifisch) bzw. 20 % (absolut) bis 2030 (Basisjahr 2017) mit dem Ziel der klimaneutralen Produktion bis 2040.
  • Scope 3: Reduktion der durchschnittlichen spezifischen CO2-Emissionen der Primäraluminium-Vorkette um 20 % bis 2030 (gegenüber 2018-2020)
  • Reduktion der Scope 2-Emissionen durch Umstellung auf erneuerbaren Strombezug an den beiden AMAG components Standorten

Ergebnisse

 

Ergebnisse:

 

Der gesamte Energieverbrauch betrug 2021 rund 747.100 MWh, davon wurden am Standort Ranshofen rund 739.600 MWh (2020: 653.200 MWh) und bei AMAG components in Karlsruhe und Übersee rund 7.500 MWh benötigt. 

 

Der Energieverbrauch berechnet sich aus dem Kraftstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen (Erdgas, Benzin, Diesel, Heizöl, Propangas) und dem Einsatz von elektrischer Energie. Der Kraftstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen betrug 2021 rund 502.000 MWh, der Stromverbrauch betrug rund 245.100 MWh. Der Energieverbrauch an den beiden AMAG components Standorten stammt zum überwiegenden Teil aus dem Bezug von elektrischer Energie (rund 6.200 MWh). Die jeweiligen Energiemengen berechnen sich aus den tatsächlich gemessenen Brennstoffmengen, multipliziert mit den jeweiligen Umrechnungsfaktoren.

 

Der spezifische Energieverbrauch, bezogen auf die Produktionsmenge, betrug 2021 1.179 kWh/t (2020: 1.194 kWh/t). Für die Kennzahl des spezifischen Energieverbrauchs wurde der Gesamtenergieverbrauch am Standort Ranshofen durch die Jahresproduktionsmenge dividiert. Die Energiemenge inkludiert alle Energieträger, die in der AMAG verwendet werden (Strom, Erdgas, Diesel, Heizöl EL, Propan). Als Nenner wurde die Summe der Jahresproduktionsmenge der Gusslegierungsgießerei, der Walzbarrengießerei und des Walzwerks in Tonnen verwendet.

 

Im definierten Basisjahr 2017 lag der spezifische Energieverbrauch, bezogen auf die Produktionsmenge, bei 1.178 kWh/t. Das Jahr 2017 wurde als Basisjahr gewählt, da zu diesem Zeitpunkt bereits ein Großteil des AMAG 2020 Erweiterungsprojektes in Betrieb genommen wurde.

 

Energie in Form von erneuerbaren Brennstoffen (Hackschnitzel, Biodiesel), Kühl- oder Dampfenergie wird nicht zugekauft.

 

Heizwärme erzeugt die AMAG zum Teil durch Wärmerückgewinnungsanlagen aus Prozessabwärme, die restliche benötigte Wärme wird durch Verfeuerung von Brennstoffen abgedeckt.

 

Zur Kategorisierung der CO2-Emissionen ist die Einteilung in drei sogenannte "Scopes" relevant:

  • Scope 1-Emissionen entstehen bei der AMAG insbesondere durch die energetische Nutzung von Erdgas zum Schmelzen, Warmhalten und Wärmebehandeln von Aluminium und zur Heizung von Gebäuden sowie bei der Nutzung von Diesel für den Fuhrpark. Die CO2-Emissionen berechnen sich aus den tatsächlich gemessenen Brennstoffmengen unter Verwendung der Standardfaktoren der nationalen Treibhausgasinventur. 
  • Scope 2-Emissionen entstehen bei der Erzeugung des verbrauchten elektrischen Stroms und werden anhand der Angaben der Stromlieferanten über die CO2-Intensität ihrer Elektrizitätserzeugung berechnet.
  • Scope 3-Emissionen umfassen bei der AMAG alle übrigen THG-Emissionen, die durch die vorgelagerten Geschäftstätigkeiten der Organisation verursacht werden. Aus der im Dezember 2020 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse geht hervor, dass die wesentlichen Scope 3-Emissionen der AMAG vor allem in der vorgelagerten Wertschöpfungskette bei der Herstellung der zugekauften Metalle (Primäraluminium, Walzbarren, Legiermetalle) entstehen und ca. um den Faktor 10 größer sind als die Scope 1 und 2-Emissionen der AMAG. 

Im Berichtsjahr 2021 betrugen die Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) rund 107.400 Tonnen. Davon entfielen auf den Standort Ranshofen rund 105.700 Tonnen (2020: 92.100 Tonnen). Die dortigen CO2-Emissionen fallen zu zwei Drittel in der AMAG casting im Zuge der Herstellung von Gusslegierungen und Walzbarren an. Der überwiegende Teil der Emissionen entsteht dabei aus der Verbrennung von Erdgas (über 90 %).

 

Aufgrund des Bezugs von Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen wurden seit dem Berichtsjahr 2018 keine Scope 2-Emissionen in Ranshofen verursacht. An den beiden Standorten von AMAG components in Übersee und Karlsruhe betrugen die Scope 1- und Scope 2-Emissionen rund 1.700 Tonnen, davon fielen rund 1.400 Tonnen an Scope 2-Emissionen an. Der Erzeugungsmix des bezogenen Stroms enthält im Gegensatz zum Standort Ranshofen noch wesentliche Teile fossiler Erzeugung. Zur Reduktion dieser indirekten CO2-Emissionen und im Sinne einer einheitlichen Strategie innerhalb der AMAG wird künftig auf erneuerbaren Strom für beide AMAG components-Standorte umgestellt.

 

Die spezifischen CO2-Emissionen (Scope 1+2) in Ranshofen, bezogen auf die Produktionsmenge (Tonnen CO2/t), betrugen 2021 0,168 Tonnen CO2/Tonne (2020: 0,168 Tonnen CO2/Tonne).

Für die Berechnung der Scope 3-Emissionen wurden 2021 aus Wesentlichkeitsgründen die vorgelagerten Emissionen aus dem Zukauf von Primäraluminium, Walzbarren und Legiermetallen berücksichtigt. Zur Berechnung wurde der im „Environmental Profile Report“ der European Aluminium verwendete Faktor von 8,6 Tonnen CO2äqu pro Tonne in Europa verwendetes Aluminium herangezogen. Er deckt direkte Prozesse und Hilfsprozesse, thermische Energie, Elektrizität und Transport ab. Für die Berechnung der Scope 3-Emissionen bei AMAG components wurden die vorgelagerten Emissionen aus dem Zukauf von gewalzten Aluminiumteilen berücksichtigt und dazu der geschätzte Faktor von 9,3 Tonnen CO2äqu pro Tonne verwendetes Aluminium herangezogen.

 

Im Berichtsjahr 2021 betrugen die Scope 3-Emissionen 1.253.800 Tonnen CO2äqu (2020: 1.072.000 Tonnen CO2äqu). Da die tatsächlich anfallenden Scope 3-Emissionen stark von der Art der Stromerzeugung bei der Elektrolyse abhängig sind, werden diese Emissionen künftig nicht mehr mit dem Industriemittelwert gerechnet, sondern Elektrolysen-spezifisch bewertet. Dazu wird unter anderem auf die Daten von Marktanalysten zugegriffen. Durch eine Optimierung des Lieferantenportfolios im Bereich Primäraluminium soll bis 2030 eine Reduktion der mittleren CO2-Emissionen erreicht werden.

 

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