Biodiversität

Der Erhalt und die Förderung der Biodiversität sind wichtige Bestandteile des Nachhaltigkeitsbekenntnisses der AMAG. Die AMAG konzentriert sich dabei auf das Grünflächenmanagement auf dem Betriebsgelände und die Bewirtschaftung des eigenen Waldes. 

 

 

Angabe
Management

Im Berichtsjahr 2021 verfügte die AMAG über eine Grundstücksfläche von rund 300 Hektar. Die industriell verbaute Fläche beträgt davon rund 100 Hektar. Rund 180 Hektar sind Bestandteil des eigenen Waldes, der Teil des Waldkomplexes Lachforst ist und unter Leitung eines Forstwarts bewirtschaftet wird.

Die Naturschutzgebiete „Unterer Inn" und „Buchenwald", das Fauna-Flora-Habitat Gebiet (FFH-Gebiet) „Auwälder am unteren Inn" und die Vogelfreistätte „Salzachmündung" in Bayern, die strengen Naturschutzrichtlinien unterliegen, sind nur wenige Kilometer entfernt.

Einflüsse wie die frühere Waldbewirtschaftung mit standortfremden Fichten, der Klimawandel mit einhergehenden gestiegenen Jahresmitteltemperaturen sowie der zunehmende Schadholzanfall haben ein Umdenken und einen „Umbau“ des Waldes unumgänglich gemacht.

Das gegenwärtige Waldmanagement nutzt diese Ausgangslage dazu, um den Wald stabiler und diverser zu gestalten. Der Wald der AMAG wird nicht als reiner Wirtschaftswald, bei dem der wirtschaftliche Ertrag im Fokus steht, betrachtet. Vielmehr liegt das Ziel in einer nachhaltigen Bewirtschaftung, die den ökologischen Wert des Waldes laufend fördert.

 

Über die letzten Jahre hinweg wurden deshalb gemeinsam mit einem Fachexperten Empfehlungen zu Zielen und Maßnahmen für die Waldbewirtschaftung formuliert.

Anhand von sechs ausgewählten Indikatoren wird das Thema Biodiversität mittelfristig messbar gemacht: 

  • Totholz: Erhöhung des stehenden und liegenden Totholzanteiles natürlicher Baumarten im Wald
  • Altholzinseln: Erhöhung des Altholzanteiles (insbesondere alter, großkroniger Laub- und Biotopbäume
  • Waldstruktur: Förderung gut strukturierter, ungleichaltriger, stabiler und klimafitter Mischwaldbestände durch kontinuierliche Erhöhung des Anteils an heimischen Laubholzarten und seltenen Gehölzen
  • Waldränder: Förderung gut strukturierter und zonierter, gebuchteter Waldränder durch Einbringen seltener und gefährdeter Baum- und Straucharten sowie Schaffung von Buchten, Strauchgürtel- und Waldmantelzonen
  • Biotope zur Förderung wertvoller Klein- und Feuchtlebensräume
  • Förderung seltener oder gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, beispielsweise durch Einbringen seltener Baumarten und Anlegen von Blumenwiesen am Betriebsgelände

Mehr Informationen dazu sind im Geschäftsbericht 2021 einsehbar.

Ziele

 

Ziel 2021: 

  • Förderung der Biodiversität am Standort Ranshofen

Zentrale Maßnahmen:

 

Im Zuge der Wald- und Grünflächenbewirtschaftung hat die AMAG in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderen die Umwandlung und Aufwertung der „Lochnerfeldstraße“.

 

Einige alte Gebäude mit schlechter Bausubstanz, die früher als Wohnstätten für Mitarbeiter gedient haben, wurden fast vollständig abgetragen. Auf den neu entstandenen und umliegenden Freiflächen wurden Blumenwiesen angelegt, die als Bienenweiden dienen.

Mit der Ansiedelung von 10 Bienenvölkern auf den AMAG-Blumenwiesen in der Lochnerfeldstraße und an der AMAG-Nordeinfahrt wurde ein Zeichen für die Artenvielfalt und für die Weiterentwicklung der AMAG-Grünflächen nach ökologischen Kriterien gesetzt. Durch die Übernahme der Patenschaft für die Bienenvölker auf dem AMAG-Werksgelände wird zudem die Bienenzuchtgruppe Oberösterreich-Salzburg bei ihrem wissenschaftlich begleiteten Projekt zur Varroamilben-Toleranzzucht mit dem Ziel, widerstandsfähige, gesunde Bienen zu züchten, unterstützt. Die errichteten Informationstafeln und Rastplätze entlang des häufig befahrenen Radweges werden gut angenommen.

 

Eine weitere Maßnahme war die Umwandlung von monotonen Rasenflächen in artenreiche Wiesen. Innerhalb des Betriebsgeländes wurden zumeist standorttypische Glatthaferwiesen angelegt. Dämme und Wälle wurden mit Sträuchern bepflanzt bzw. werden bewusst nicht bepflanzt, um als wertvolle „Ruderalflächen“ (Rohbodenflächen) zu dienen. 

 

Gepflanzte Einzelbäume innerhalb des Betriebsgeländes dienen nicht nur der optischen Landschaftsgestaltung, sondern stellen auch Lebensraum und Nahrungsangebot für Tiere (z.B. Insekten und Vögel) dar und verbessern als Schattenspender das Mikroklima der versiegelten Freiflächen. Im Zuge der weiteren Planung hat sich die AMAG dazu entschieden, Fachexperten und Institutionen hinzuzuziehen, die das Grünflächenkonzept im Zuge eines Projekts fachlich begleiten und auf eine wissenschaftlich fundierte Basis heben.

 

Insgesamt war das Waldmanagement in den letzten Jahren mit der Aufarbeitung von diversen Schäden beschäftigt. Die Förderung der Biodiversität und der Aufbau eines klimafitten Waldes konnte überwiegend reaktiv erfolgen. Dennoch wurden im Rahmen der Schadaufarbeitung und der sonstigen Bewirtschaftung wesentliche Akzente in diese Zielrichtung gesetzt. So werden seit geraumer Zeit keine neuen Fichtenbestände mehr gepflanzt, um den Fichtenanteil von aktuell rund 65 % kontinuierlich zu reduzieren. Stattdessen wurden Mischbestände bestehend aus mindestens vier Baumarten gefördert.

 

Die Bepflanzung besteht dabei aus heimischen Laubholzarten wie insbesondere Stieleiche, Rotbuche und Edellaubbäume unter Beimischung von nicht heimischen Laubhölzern wie Roteiche und Schwarznuss. Dies macht den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel und senkt langfristig das Betriebsrisiko. Wo möglich, wird mit Naturverjüngung gearbeitet.

Zudem gab es erste Überlegungen und Grobplanungen bezüglich der Anlage einer „Waldinsel“ als Erholungseinrichtung für Mitarbeiter und die regionale Bevölkerung sowie der Errichtung eines Waldlehrpfades für Bildungszwecke.

 

Nördlich des Werksgeländes wurden im Berichtsjahr 2021 die Überreste eines Zwangsarbeiterlagers, das während des Nationalsozialismus errichtet wurde, vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt. Es stellt gemäß eines Bescheids vom Bundesdenkmalamt den einzigen vollflächigen Nachweis eines Zwangsarbeiterlagers für den Bau von Großindustrieanlagen während des dritten Reiches dar und gilt als typisches Beispiel der österreichischen Zeitgeschichte. Die AMAG nahm die Absicherung der Gruben und Schächte vor.

 

Ziel 2022 / mittelfristig:

  • Förderung der Biodiversität am Standort Ranshofen
Ergebnisse

Ergebnisse:

 

Die nachfolgende Tabelle listet die strategischen Stoßrichtungen und getroffenen Maßnahmen im Berichtsjahr 2021 für den Bereich Biodiversität auf:

  • Anlegen neuer Blumenwiesen mit verschiedenen heimischen Samenmischungen 
  • Wiederaufforstung einer befristet gerodeten Fläche bei der AMAG (Versickerungsbecken Nord mit Schwarzerle Alnus)
  • Aufforstung mit einem Baummischbestand im AMAG-Wald (Baumbestand war von Eschentriebsterben, Borkenkäferbefall, Sturmschäden betroffen)

Seit dem Berichtsjahr 2017 veröffentlichen wir innerhalb unseres Lageberichts eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung (nfE) und kommen damit unserer Berichtspflicht gemäß Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) nach.

Sie fasst die für AMAG wesentlichen Angaben zu den fünf geforderten Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung inhaltlich zusammen.

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