Als nachhaltiges Unternehmen arbeitet die AMAG an der stetigen Verbesserung der Umweltleistung. Das Umweltmanagementsystem beinhaltet die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Auflagen sowie die systematische Bewertung relevanter Umweltaspekte und -auswirkungen.

Wesentlicher Bestandteil ist die kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes durch die Vermeidung bzw. Verringerung von Umweltbelastungen.

Energie und Emissionen

Um die bei der Gewinnung und Verarbeitung von Aluminium entstehenden Emissionen zu reduzieren und die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren, sind entsprechende Klimaschutzmaßnahmen zwingend erforderlich. Auswirkungen des Klimawandels bedrohen die Gesamtgesellschaft und bergen auf Industrieebene finanzielle Risiken. Die Vorgaben der Europäischen Union sehen die Klimaneutralität als Ziel für 2050 vor. Österreich hat sich dieses Ziel bereits ab dem Jahr 2040 gesetzt.

GRI-StandardAngabe
Management

Die AMAG ist bestrebt Aluminiumprodukte mit hohem Recyclingeinsatz herzustellen und damit deutlich weniger Energie, als bei der Primärherstellung einzusetzen. Wesentliche Energieverbraucher am Produktionsstandort Ranshofen sind die Gießereien und Walzwerke. In den Gießereien wird Erdgas zum Schmelzen und Temperieren von Aluminium verwendet. Durch die Nutzung der Ofenabluft zur Vorwärmung der Verbrennungsluft mit sogenannten Regenerativbrennern werden seit Jahren signifikante Energieeinsparungen erzielt.

Im Walzwerk wird der Großteil der elektrischen Energie zum Antrieb der Walzgerüste sowie elektrische Energie und Erdgas zur Wärmebehandlung der Aluminiumbänder und -platten eingesetzt.

Im Rahmen des nach ISO 50001 zertifizierten Energiemanagementsystems wird der Energieverbrauch laufend nach Bereichen (Anlagen, Prozesse, Systeme) sowie Einflussfaktoren (z.B. Produktmix) analysiert.

 

In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachverantwortlichen werden darauf aufbauend Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz identifiziert. Bei der energetischen Bewertung werden auch die vergangenen Bewertungen sowie die zukünftigen Energieverbräuche in Betracht gezogen.

 

Die AMAG-Mitarbeiter leisten darüber hinaus im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) wertvolle Beiträge zum Umweltschutz und zur effizienten Nutzung von Energie.

 

Bei der Beschaffung von Energiedienstleistungen und bei Investitionen, die sich wesentlich auf den Energieverbrauch auswirken, werden vor der Beschaffung alle energierelevanten Kriterien geprüft.

 

Bei Investitionsprojekten erfolgt dies durch den Energiebeauftragten im Rahmen der Relevanzprüfung. Lieferanten von Energiedienstleistungen, Produkten und Einrichtungen, die eine Auswirkung auf den wesentlichen Energieeinsatz haben, werden darüber informiert, dass die Bewertung der Beschaffung teilweise auf der energiebezogenen Leistung basiert.

 

In der AMAG-Einkaufsrichtlinie sind Anforderungen für die Beschaffung von Energie und energierelevante Einkaufskriterien für Einrichtungen und Produkte festgelegt. Neue Anlagen (z.B. Schmelz- oder Gießöfen) entsprechen dem Stand der Technik oder gehen darüber hinaus.

 

Mehr Informationen dazu sind im Geschäftsbericht 2021 einsehbar.

Ziele

Ziel 2021: 


Kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung sowie Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen unter Berücksichtigung des Energieeffizienzgesetzes sowie nationaler und europäischer CO2-Reduktionsziele durch:

 

1. Ausbau der Eigenenergieerzeugung durch Installation einer Photovoltaikanlage mit einem Ertrag von ca. 6.000 MWh pro Jahr

2. Evaluierung von Potenzialen und Optimierung der Zulieferkette in Hinblick auf CO2-Emissionen

3. Aktualisierung des Energie- und Umweltprogramms unter Berücksichtigung neuer Anforderungen sowie der Vertiefung und Erweiterung der Wertschöpfungskette

 

Zentrale Maßnahmen:

  • Erstellung einer Dekarbonisierungs-Roadmap
  • Erhöhung der Energieeffizienz durch Abwärmenutzung sowie Prozess- und Anlagenoptimierungen
  • Stromeinsparung durch effizientere Hallenbeleuchtung
  • Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter durch Schulungen und Workshops
  • Inbetriebnahme der größten Aufdach-Photovoltaikanlage Österreichs

Ziel 2022 / mittelfristig:

  • Kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung sowie Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen unter Berücksichtigung nationaler und europäischer CO2-Reduktionsziele durch Umsetzung der AMAG-Dekarbonisierungsroadmap:
  • Scope 1+2: Reduktion der CO2-Emissionen um 40% (spezifisch) bzw. 20 % (absolut) bis 2030 (Basisjahr 2017) mit dem Ziel der klimaneutralen Produktion bis 2040.
  • Scope 3: Reduktion der durchschnittlichen spezifischen CO2-Emissionen der Primäraluminium-Vorkette um 20 % bis 2030 (gegenüber 2018-2020)
  • Reduktion der Scope 2-Emissionen durch Umstellung auf erneuerbaren Strombezug an den beiden AMAG components Standorten

Ergebnisse

 

Ergebnisse:

 

Der gesamte Energieverbrauch betrug 2021 rund 747.100 MWh, davon wurden am Standort Ranshofen rund 739.600 MWh (2020: 653.200 MWh) und bei AMAG components in Karlsruhe und Übersee rund 7.500 MWh benötigt. 

 

Der Energieverbrauch berechnet sich aus dem Kraftstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen (Erdgas, Benzin, Diesel, Heizöl, Propangas) und dem Einsatz von elektrischer Energie. Der Kraftstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen betrug 2021 rund 502.000 MWh, der Stromverbrauch betrug rund 245.100 MWh. Der Energieverbrauch an den beiden AMAG components Standorten stammt zum überwiegenden Teil aus dem Bezug von elektrischer Energie (rund 6.200 MWh). Die jeweiligen Energiemengen berechnen sich aus den tatsächlich gemessenen Brennstoffmengen, multipliziert mit den jeweiligen Umrechnungsfaktoren.

 

Der spezifische Energieverbrauch, bezogen auf die Produktionsmenge, betrug 2021 1.179 kWh/t (2020: 1.194 kWh/t). Für die Kennzahl des spezifischen Energieverbrauchs wurde der Gesamtenergieverbrauch am Standort Ranshofen durch die Jahresproduktionsmenge dividiert. Die Energiemenge inkludiert alle Energieträger, die in der AMAG verwendet werden (Strom, Erdgas, Diesel, Heizöl EL, Propan). Als Nenner wurde die Summe der Jahresproduktionsmenge der Gusslegierungsgießerei, der Walzbarrengießerei und des Walzwerks in Tonnen verwendet.

 

Im definierten Basisjahr 2017 lag der spezifische Energieverbrauch, bezogen auf die Produktionsmenge, bei 1.178 kWh/t. Das Jahr 2017 wurde als Basisjahr gewählt, da zu diesem Zeitpunkt bereits ein Großteil des AMAG 2020 Erweiterungsprojektes in Betrieb genommen wurde.

 

Energie in Form von erneuerbaren Brennstoffen (Hackschnitzel, Biodiesel), Kühl- oder Dampfenergie wird nicht zugekauft.

 

Heizwärme erzeugt die AMAG zum Teil durch Wärmerückgewinnungsanlagen aus Prozessabwärme, die restliche benötigte Wärme wird durch Verfeuerung von Brennstoffen abgedeckt.

 

Zur Kategorisierung der CO2-Emissionen ist die Einteilung in drei sogenannte "Scopes" relevant:

  • Scope 1-Emissionen entstehen bei der AMAG insbesondere durch die energetische Nutzung von Erdgas zum Schmelzen, Warmhalten und Wärmebehandeln von Aluminium und zur Heizung von Gebäuden sowie bei der Nutzung von Diesel für den Fuhrpark. Die CO2-Emissionen berechnen sich aus den tatsächlich gemessenen Brennstoffmengen unter Verwendung der Standardfaktoren der nationalen Treibhausgasinventur. 
  • Scope 2-Emissionen entstehen bei der Erzeugung des verbrauchten elektrischen Stroms und werden anhand der Angaben der Stromlieferanten über die CO2-Intensität ihrer Elektrizitätserzeugung berechnet.
  • Scope 3-Emissionen umfassen bei der AMAG alle übrigen THG-Emissionen, die durch die vorgelagerten Geschäftstätigkeiten der Organisation verursacht werden. Aus der im Dezember 2020 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse geht hervor, dass die wesentlichen Scope 3-Emissionen der AMAG vor allem in der vorgelagerten Wertschöpfungskette bei der Herstellung der zugekauften Metalle (Primäraluminium, Walzbarren, Legiermetalle) entstehen und ca. um den Faktor 10 größer sind als die Scope 1 und 2-Emissionen der AMAG. 

Im Berichtsjahr 2021 betrugen die Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) rund 107.400 Tonnen. Davon entfielen auf den Standort Ranshofen rund 105.700 Tonnen (2020: 92.100 Tonnen). Die dortigen CO2-Emissionen fallen zu zwei Drittel in der AMAG casting im Zuge der Herstellung von Gusslegierungen und Walzbarren an. Der überwiegende Teil der Emissionen entsteht dabei aus der Verbrennung von Erdgas (über 90 %).

 

Aufgrund des Bezugs von Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen wurden seit dem Berichtsjahr 2018 keine Scope 2-Emissionen in Ranshofen verursacht. An den beiden Standorten von AMAG components in Übersee und Karlsruhe betrugen die Scope 1- und Scope 2-Emissionen rund 1.700 Tonnen, davon fielen rund 1.400 Tonnen an Scope 2-Emissionen an. Der Erzeugungsmix des bezogenen Stroms enthält im Gegensatz zum Standort Ranshofen noch wesentliche Teile fossiler Erzeugung. Zur Reduktion dieser indirekten CO2-Emissionen und im Sinne einer einheitlichen Strategie innerhalb der AMAG wird künftig auf erneuerbaren Strom für beide AMAG components-Standorte umgestellt.

 

Die spezifischen CO2-Emissionen (Scope 1+2) in Ranshofen, bezogen auf die Produktionsmenge (Tonnen CO2/t), betrugen 2021 0,168 Tonnen CO2/Tonne (2020: 0,168 Tonnen CO2/Tonne).

Für die Berechnung der Scope 3-Emissionen wurden 2021 aus Wesentlichkeitsgründen die vorgelagerten Emissionen aus dem Zukauf von Primäraluminium, Walzbarren und Legiermetallen berücksichtigt. Zur Berechnung wurde der im „Environmental Profile Report“ der European Aluminium verwendete Faktor von 8,6 Tonnen CO2äqu pro Tonne in Europa verwendetes Aluminium herangezogen. Er deckt direkte Prozesse und Hilfsprozesse, thermische Energie, Elektrizität und Transport ab. Für die Berechnung der Scope 3-Emissionen bei AMAG components wurden die vorgelagerten Emissionen aus dem Zukauf von gewalzten Aluminiumteilen berücksichtigt und dazu der geschätzte Faktor von 9,3 Tonnen CO2äqu pro Tonne verwendetes Aluminium herangezogen.

 

Im Berichtsjahr 2021 betrugen die Scope 3-Emissionen 1.253.800 Tonnen CO2äqu (2020: 1.072.000 Tonnen CO2äqu). Da die tatsächlich anfallenden Scope 3-Emissionen stark von der Art der Stromerzeugung bei der Elektrolyse abhängig sind, werden diese Emissionen künftig nicht mehr mit dem Industriemittelwert gerechnet, sondern Elektrolysen-spezifisch bewertet. Dazu wird unter anderem auf die Daten von Marktanalysten zugegriffen. Durch eine Optimierung des Lieferantenportfolios im Bereich Primäraluminium soll bis 2030 eine Reduktion der mittleren CO2-Emissionen erreicht werden.

 

Wasser

In Hinblick auf die Nutzung von Wasser wird auf eine nachhaltige und schonende Nutzung geachtet. Wasser wird in der AMAG insbesondere zur Kühlung beim Gießen von Walzbarren verwendet. Das Kühlwasser wird im Kreislauf geführt. Durch Verbesserungen der Kreislaufsysteme konnten der Wasserverbrauch und die spezifische Nutzwasserentnahme über die Jahre hinweg konstant gehalten werden. 

Angabe
Management

Die Wasserversorgung am Hauptsitz Ranshofen wird über zwei Nutzwasser- und einen Trinkwasserbrunnen sichergestellt.

Die AMAG befindet sich auf einem Grundwasserkörper, dessen Wasser mit rund 20-40l/Sek. und 100 m Durchsatz unter dem Werksgelände in den Inn abfließt. Die erlaubte Nutzwasserverwendung erfolgt auf Basis einer von der Behörde für die AMAG festgelegten Entnahmemenge.

 

Die Grundwasserentnahme wird überwacht, dazu gehören auch Messungen des Grundwasserstandes. Das Grundwasser kann direkt ohne chemische Aufbereitung und ohne Transport über große Distanzen in der AMAG verwendet werden. Ein Großteil des entnommenen Nutzwassers wird zum Kühlen im Zuge der Gieß-, Walz- und Wärmebehandlungsprozesse verwendet und damit nur thermisch belastet – das bedeutet konkret, dass ein Großteil des verwendeten Wassers nur erwärmt, aber weder verbraucht noch verunreinigt wird.

 

Ein sehr geringer Anteil des verwendeten Wassers wird chemisch belastet. Diese betrieblichen Abwässer werden in Abwasserbehandlungsanlagen aufbereitet, die Ableitung durch Messung wesentlicher Parameter wird laufend überwacht. Bei Messwertüberschreitungen bedingt durch Verunreinigungen wird das Wasser automatisch in ein separates Becken geleitet und gelangt von dort zur Entsorgung. Zusätzlich zur laufenden Messung über Sonden werden die Abwasserproben im Zuge von zertifizierten Überwachungen von internen und externen Laboren auf eine Vielzahl von Parametern untersucht.

 

Regenwasser wird zum Großteil am Grundstück der AMAG versickert. Dies entspricht einer natürlichen Versickerung und dient dem Erhalt des Grundwasserkörpers. Ein Teil des Regenwassers wird über einen Regenwasserkanal gemeinsam mit Kühl- und Abschreckwässern in den Inn eingeleitet. Die Trinkwasserentnahme erfolgt ausschließlich zum Zweck der Trinkwasserversorgung und für die sanitäre Verwendung.

Das anfallende Schmutzwasser wird über einen häuslichen Schmutzwasserkanal der Kläranlage Braunau zugeführt.

 

In Summe ist eine Fläche von etwa 4 Hektar des Werksgeländes als Versickerungsfläche angelegt. Über diese Sickerflächen werden mehr als 100 Hektar an Dach- und weiteren Flächen des Werksgeländes entwässert. Die kontrollierte Niederschlagsrückhaltung in den Versickerungsbecken reduziert zudem das Hochwasserrisiko am Standort und trägt zum Schutz vor Überflutungen bei. Bei mehreren Starkregenereignissen zeigte sich bereits deutlich, dass die errichteten Anlagen die anfallenden Wassermassen durch Sammlung und kontrollierte sowie kontinuierliche Ableitung in den Boden gut bewältigen. So wird zum einen der Betriebsstandort selbst, aber auch der Ort Ranshofen nachhaltig vor möglichen Schäden durch Überflutungen geschützt, da örtliche Kanalanlagen entlastet werden.

 

Alle Versickerungen von Niederschlagswässern wurden wasser- bzw. gewerberechtlich genehmigt. Damit die ordnungsgemäße Funktion der Becken und Mulden nachgewiesen und eine Verunreinigung des Bodens ausgeschlossen werden kann, werden zudem regelmäßig Bodenproben gezogen und von einem zertifizierten Labor auf eine Vielzahl an Parametern untersucht

 

Mehr Informationen dazu sind im Geschäftsbericht 2021 einsehbar.

Ziele

Ziel 2021: 

  • Effiziente und sparsame Verwendung von Wasser; Begrenzung der spezifischen Nutzwasserentnahme bei 6 m3/t bei Steigerung der Wertschöpfungstiefe für den integrierten Standort Ranshofen mit Recycling, Gießerei und Walzwerk

Zentrale Maßnahmen:

 

Seit mehreren Jahren wird am Standort Ranshofen an der Umsetzung eines nachhaltigen Regenwassermanagements gearbeitet. Dazu wurden am Werksgelände zahlreiche Sickerbecken und Sickermulden errichtet. Im Berichtsjahr 2021 wurden weitere, quantifizierbare Optimierungspotenziale zur Reduktion der Nutzwasserverwendung erhoben und ein Maßnahmenplan dazu erstellt.

 

Die Verbesserungen betreffen vorrangig die weitere Schließung von Kühlwasserkreisläufen bei bestehenden Anlagen, womit der Wasserverbrauch weiter reduziert werden kann. Der überwiegende Teil der Anlagen ist bereits mit geschlossenen Kühlwasserkreisläufen ausgestattet, neue Anlagen werden nur mehr auf diese Weise ausgeführt. Die Behandlung von betrieblichen Abwässern ist ein zentraler Baustein der Umweltschutzaktivitäten. Die Ableitung der Abwässer wird laufend überwacht.

 

Ziel 2022 / mittelfristig:

  • Effiziente und sparsame Verwendung von Wasser; Begrenzung der spezifischen Nutzwasserentnahme bei 6 m3/t bei Steigerung der Wertschöpfungstiefe für den integrierten Standort Ranshofen mit Recycling, Gießerei und Walzwerk
Ergebnisse

Ergebnisse:

 

Durch den Ausbau von Kreislaufkühlsystemen konnte der Wasserbedarf trotz zunehmender Produktionsmengen in den vergangenen Jahren stabil gehalten werden.

Die Entnahmemenge entspricht, abzüglich der Verluste durch Verdunstung über die Kühlkreisläufe, der Abwassermenge.

Die Nutzwasserentnahme erfolgt auf Basis eines von der Behörde festgelegten Entnahmekonsenses und bezieht sich auf jenen Teil des Nutzwassers, der in der AMAG verwendet wird (d.h. Nutzwasser, das von anderen Firmen am Standort verbraucht wird, ist darin nicht inkludiert). 

 

Die gesamte Nutzwasserentnahme für die AMAG betrug 2021 rund 3.912.700 m3, davon entfielen rund 3.742.400 m3 auf den Standort Ranshofen (2020: 3.277.000 m3).

 

Die spezifische Nutzwasserentnahme belief sich im Jahr 2021 auf 6,0 m3/t (2020: 6,0 m3/t).

Die Trinkwasserförderung betrug 62.000 m3 (2020: 77.400 m3).

Die Nutzwasserförderung inklusive standortansässiger Fremdfirmen belief sich auf 4.225.000 m3 (2020: 3.751.000 m3).

 

Abfall

Bei der Herstellung von Produkten sowie der Durchführung von Fertigungsprozessen und anderen Tätigkeiten wird auf eine umweltgerechte Abfallwirtschaft geachtet. Ein besonderes Augenmerk wird auf die gesetzeskonforme Entsorgung gefährlicher Abfälle (Altöl, Emulsionen, Werkstättenabfälle, Filterstaub usw.) gelegt. Für das Sammeln von gefährlichen Abfällen sind abfallrechtliche Geschäftsführer bestellt, für nicht gefährliche Abfälle sind verantwortliche Personen benannt. Für die Überwachung der Einhaltung des Abfallrechts sind Abfallbeauftragte zuständig und in dieser Funktion der Geschäftsführung berichtspflichtig. Abfälle werden lückenlos nach Abfallart und mengenmäßig zum Zweck der Nachvollziehbarkeit laut Abfallnachweisverordnung erfasst und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen an konzessionierte Unternehmen zur Entsorgung und Behandlung übergeben.

Angabe
Management

Abfälle werden lückenlos nach Abfallart und mengenmäßig zum Zweck der Nachvollziehbarkeit laut Abfallnachweisverordnung erfasst und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen an konzessionierte Unternehmen zur Entsorgung und Behandlung übergeben.

 

Im Rahmen des Elektrolysebetriebs am Standort Ranshofen, der 1992 eingestellt wurde, gelangten verschiedene Abfallarten zur Deponierung.

 

Die AMAG setzt laufend die Nachsorge der Deponie, die im Altlastenkataster erfasst ist, um. Das in der Deponie anfallende Sickerwasser wird am Werksgelände aufbereitet und das Grundwasser in der Umgebung der Deponie in regelmäßigen Abständen analysiert.

 

Weiters sind Altablagerungen bekannt, die im Verdachtsflächenkataster erfasst sind.

 

Darüber hinaus besitzt die AMAG eine aufgelassene, in der Nachsorge befindliche Abfalldeponie in Furth im Wald (Deutschland).

Die AMAG ist verpflichtet, jährlich über die Umweltsituation dieser Deponie sowie Vorsorgemaßnahmen an die zuständigen Behörden zu berichten. Salzschlacke ist die mengenmäßig bedeutendste Abfallart in der AMAG.

 

Beim Recycling von verunreinigten Schrotten ist der Einsatz von speziellen Salzen zum Schutz vor Oxidation und zum Abbinden bzw. Abtrennen der oxidischen und nichtmetallischen Bestandteile erforderlich. Dabei entsteht Salzschlacke, die von spezialisierten Unternehmen zu 100 % stofflich verwertet wird. Die Anlieferung zu den Verwertern erfolgt per Bahn. Damit bleibt nach der Aufbereitung kein Abfall zur Entsorgung übrig. Der oxidische Reststoff wird z.B. in der Zementindustrie eingesetzt.

 

Mehr Informationen dazu sind im Geschäftsbericht 2021 einsehbar.

Ziele

Ziel 2021: 

  • Vermeidung bzw. Reduktion von Abfällen; produktionsspezifische Abfallmenge <16 kg/t

Zentrale Maßnahmen:

 

Der Bau des neuen Abfallzwischenlagers inklusive einer neuen Halle zur Verbesserung des Abfallmanagements wurde 2021 fertiggestellt. Dort erfolgen die zentrale Verwiegung und digitale Erfassung des Abfalls nach Art, Menge und Herkunft sowie des Verbleibs. Ebenso findet dort die Eingangskontrolle der angelieferten Abfälle statt.

 

Im Berichtsjahr 2021 wurde mit der Erneuerung der Bahnschwellen der Anschlussbahn auf einer Länge von über vier Kilometern begonnen und mehr als 6.000 Holzschwellen durch Betonschwellen ausgetauscht. Das Werksgelände besitzt durch eine umfangreiche, interne Schienen-Infrastruktur einen Anschluss an das öffentliche Bahnnetz. Mit der Wahl von Beton wird ein nachhaltiger Zugang gewählt, da Holzschwellen aufgrund von Teerbestandteilen als gefährliche Abfälle entsorgt werden müssen. Dadurch wurde die Lebensdauer des Bahnnetzes erheblich verlängert und der Bedeutung des Bahntransports Rechnung getragen.

 

Eine weitere Maßnahme zur Abfallreduktion war der Einsatz waschbarer und damit wiederverwendbarer Reinigungstücher anstelle von Wegwerfmaterial. Zur verbesserten Filterstaubentsorgung wurden alternative Beseitigungsverfahren evaluiert. Zudem erfolgten Untersuchungen von Altlastenverdachtsfällen am Standort Ranshofen im Auftrag des Umweltbundesamts. Erste Probenahmen wurden durchgeführt und auf Basis des Berichts über die Ergebnisse vom Umweltbundesamt weiterführende Untersuchungen festgelegt. Diese werden 2021 und 2022 umgesetzt.

 

Ziel 2022 / mittelfristig:

  • Vermeidung bzw. Reduktion von Abfällen; produktionsspezifische Abfallmenge <16 kg/t am integrierten Standort Ranshofen
Ergebnisse

Ergebnisse:

 

Das Abfallaufkommen belief sich 2021 am Standort Ranshofen auf 9.750 Tonnen (2020: 9.100 Tonnen), davon wurden 4.950 Tonnen als gefährlich und 4.800 Tonnen als nicht-gefährlich eingestuft.

Dabei wurden 69 % der nicht-gefährlichen Abfälle (z.B. Altholz, Eisen- und Stahlabfälle) verwertet und 31 % beseitigt.

Von den gefährlichen Abfällen (z.B. Altöl, Filterstaub) wurden 7 % einer Verwertung und 93 % einer Beseitigung zugeführt.

 

Bei AMAG components fielen insgesamt rund 400 Tonnen an Abfällen an.

 

Die spezifische Abfallmenge, bezogen auf die Produktionsmenge im Jahr 2021, betrug 15,5 kg/t (2020: 16,6 kg/t).

 

In dieser Betrachtung nicht inkludiert sind:

  • Metallische Abfälle aus der eigenen Produktion, die als Kreislaufschrott wieder dem Produktionsprozess zugeführt werden (Recycling)
  • Bauabfälle am Werksgelände, die als Recycling-Baustoff wiederverwendet werden
  • Abfälle aus Bautätigkeiten (beispielsweise Bau- und Abbruchholz, Bauschuttmassen, Betonabruch, kontaminierte Böden)
  • Salzschlacke 

Biodiversität

Der Erhalt und die Förderung der Biodiversität sind wichtige Bestandteile des Nachhaltigkeitsbekenntnisses der AMAG. Die AMAG konzentriert sich dabei auf das Grünflächenmanagement auf dem Betriebsgelände und die Bewirtschaftung des eigenen Waldes. 

 

 

Angabe
Management

Im Berichtsjahr 2021 verfügte die AMAG über eine Grundstücksfläche von rund 300 Hektar. Die industriell verbaute Fläche beträgt davon rund 100 Hektar. Rund 180 Hektar sind Bestandteil des eigenen Waldes, der Teil des Waldkomplexes Lachforst ist und unter Leitung eines Forstwarts bewirtschaftet wird.

Die Naturschutzgebiete „Unterer Inn" und „Buchenwald", das Fauna-Flora-Habitat Gebiet (FFH-Gebiet) „Auwälder am unteren Inn" und die Vogelfreistätte „Salzachmündung" in Bayern, die strengen Naturschutzrichtlinien unterliegen, sind nur wenige Kilometer entfernt.

Einflüsse wie die frühere Waldbewirtschaftung mit standortfremden Fichten, der Klimawandel mit einhergehenden gestiegenen Jahresmitteltemperaturen sowie der zunehmende Schadholzanfall haben ein Umdenken und einen „Umbau“ des Waldes unumgänglich gemacht.

Das gegenwärtige Waldmanagement nutzt diese Ausgangslage dazu, um den Wald stabiler und diverser zu gestalten. Der Wald der AMAG wird nicht als reiner Wirtschaftswald, bei dem der wirtschaftliche Ertrag im Fokus steht, betrachtet. Vielmehr liegt das Ziel in einer nachhaltigen Bewirtschaftung, die den ökologischen Wert des Waldes laufend fördert.

 

Über die letzten Jahre hinweg wurden deshalb gemeinsam mit einem Fachexperten Empfehlungen zu Zielen und Maßnahmen für die Waldbewirtschaftung formuliert.

Anhand von sechs ausgewählten Indikatoren wird das Thema Biodiversität mittelfristig messbar gemacht: 

  • Totholz: Erhöhung des stehenden und liegenden Totholzanteiles natürlicher Baumarten im Wald
  • Altholzinseln: Erhöhung des Altholzanteiles (insbesondere alter, großkroniger Laub- und Biotopbäume
  • Waldstruktur: Förderung gut strukturierter, ungleichaltriger, stabiler und klimafitter Mischwaldbestände durch kontinuierliche Erhöhung des Anteils an heimischen Laubholzarten und seltenen Gehölzen
  • Waldränder: Förderung gut strukturierter und zonierter, gebuchteter Waldränder durch Einbringen seltener und gefährdeter Baum- und Straucharten sowie Schaffung von Buchten, Strauchgürtel- und Waldmantelzonen
  • Biotope zur Förderung wertvoller Klein- und Feuchtlebensräume
  • Förderung seltener oder gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, beispielsweise durch Einbringen seltener Baumarten und Anlegen von Blumenwiesen am Betriebsgelände

Mehr Informationen dazu sind im Geschäftsbericht 2021 einsehbar.

Ziele

 

Ziel 2021: 

  • Förderung der Biodiversität am Standort Ranshofen

Zentrale Maßnahmen:

 

Im Zuge der Wald- und Grünflächenbewirtschaftung hat die AMAG in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderen die Umwandlung und Aufwertung der „Lochnerfeldstraße“.

 

Einige alte Gebäude mit schlechter Bausubstanz, die früher als Wohnstätten für Mitarbeiter gedient haben, wurden fast vollständig abgetragen. Auf den neu entstandenen und umliegenden Freiflächen wurden Blumenwiesen angelegt, die als Bienenweiden dienen.

Mit der Ansiedelung von 10 Bienenvölkern auf den AMAG-Blumenwiesen in der Lochnerfeldstraße und an der AMAG-Nordeinfahrt wurde ein Zeichen für die Artenvielfalt und für die Weiterentwicklung der AMAG-Grünflächen nach ökologischen Kriterien gesetzt. Durch die Übernahme der Patenschaft für die Bienenvölker auf dem AMAG-Werksgelände wird zudem die Bienenzuchtgruppe Oberösterreich-Salzburg bei ihrem wissenschaftlich begleiteten Projekt zur Varroamilben-Toleranzzucht mit dem Ziel, widerstandsfähige, gesunde Bienen zu züchten, unterstützt. Die errichteten Informationstafeln und Rastplätze entlang des häufig befahrenen Radweges werden gut angenommen.

 

Eine weitere Maßnahme war die Umwandlung von monotonen Rasenflächen in artenreiche Wiesen. Innerhalb des Betriebsgeländes wurden zumeist standorttypische Glatthaferwiesen angelegt. Dämme und Wälle wurden mit Sträuchern bepflanzt bzw. werden bewusst nicht bepflanzt, um als wertvolle „Ruderalflächen“ (Rohbodenflächen) zu dienen. 

 

Gepflanzte Einzelbäume innerhalb des Betriebsgeländes dienen nicht nur der optischen Landschaftsgestaltung, sondern stellen auch Lebensraum und Nahrungsangebot für Tiere (z.B. Insekten und Vögel) dar und verbessern als Schattenspender das Mikroklima der versiegelten Freiflächen. Im Zuge der weiteren Planung hat sich die AMAG dazu entschieden, Fachexperten und Institutionen hinzuzuziehen, die das Grünflächenkonzept im Zuge eines Projekts fachlich begleiten und auf eine wissenschaftlich fundierte Basis heben.

 

Insgesamt war das Waldmanagement in den letzten Jahren mit der Aufarbeitung von diversen Schäden beschäftigt. Die Förderung der Biodiversität und der Aufbau eines klimafitten Waldes konnte überwiegend reaktiv erfolgen. Dennoch wurden im Rahmen der Schadaufarbeitung und der sonstigen Bewirtschaftung wesentliche Akzente in diese Zielrichtung gesetzt. So werden seit geraumer Zeit keine neuen Fichtenbestände mehr gepflanzt, um den Fichtenanteil von aktuell rund 65 % kontinuierlich zu reduzieren. Stattdessen wurden Mischbestände bestehend aus mindestens vier Baumarten gefördert.

 

Die Bepflanzung besteht dabei aus heimischen Laubholzarten wie insbesondere Stieleiche, Rotbuche und Edellaubbäume unter Beimischung von nicht heimischen Laubhölzern wie Roteiche und Schwarznuss. Dies macht den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel und senkt langfristig das Betriebsrisiko. Wo möglich, wird mit Naturverjüngung gearbeitet.

Zudem gab es erste Überlegungen und Grobplanungen bezüglich der Anlage einer „Waldinsel“ als Erholungseinrichtung für Mitarbeiter und die regionale Bevölkerung sowie der Errichtung eines Waldlehrpfades für Bildungszwecke.

 

Nördlich des Werksgeländes wurden im Berichtsjahr 2021 die Überreste eines Zwangsarbeiterlagers, das während des Nationalsozialismus errichtet wurde, vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt. Es stellt gemäß eines Bescheids vom Bundesdenkmalamt den einzigen vollflächigen Nachweis eines Zwangsarbeiterlagers für den Bau von Großindustrieanlagen während des dritten Reiches dar und gilt als typisches Beispiel der österreichischen Zeitgeschichte. Die AMAG nahm die Absicherung der Gruben und Schächte vor.

 

Ziel 2022 / mittelfristig:

  • Förderung der Biodiversität am Standort Ranshofen
Ergebnisse

Ergebnisse:

 

Die nachfolgende Tabelle listet die strategischen Stoßrichtungen und getroffenen Maßnahmen im Berichtsjahr 2021 für den Bereich Biodiversität auf:

  • Anlegen neuer Blumenwiesen mit verschiedenen heimischen Samenmischungen 
  • Wiederaufforstung einer befristet gerodeten Fläche bei der AMAG (Versickerungsbecken Nord mit Schwarzerle Alnus)
  • Aufforstung mit einem Baummischbestand im AMAG-Wald (Baumbestand war von Eschentriebsterben, Borkenkäferbefall, Sturmschäden betroffen)

Seit dem Berichtsjahr 2017 veröffentlichen wir innerhalb unseres Lageberichts eine zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung (nfE) und kommen damit unserer Berichtspflicht gemäß Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) nach.

Sie fasst die für AMAG wesentlichen Angaben zu den fünf geforderten Aspekten Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung inhaltlich zusammen.

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