Emissionen

Die EU hat sich zur Klimaneutralität bis 2050 bekannt, in Österreich hat man sich dieses Ziel bis 2040 gesetzt, um dem Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius entgegenzuwirken. Die Verringerung der CO2-Emissionen erfordert konkrete Ansätze und Maßnahmen der Unternehmen. Erklärtes Ziel der AMAG ist die Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen und der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und damit die Mitarbeit an der Erreichung der nationalen und europäischen Dekarbonisierungsziele. Die Kunden der AMAG werden durch die Verwendung von Legierungen mit geringstmöglichem CO2-Fußabdruck, der hohen Aluminium-Recyclingkompetenz und einem hohen Schrotteinsatz, nachhaltig unterstützt.

Zur Kategorisierung des CO2-Fußabdrucks werden die Emissionen drei sogenannten "Scopes" zugeordnet. AMAG beschäftigt sich intensiv mit der Reduktion dieser Emissionen und setzt dazu Folgendes um:

  • ENERGIEEFFIZIENZMASSNAHMEN ZUR REDUKTION DIREKTER TREIBHAUSGASEMISSIONEN (SCOPE 1-EMISSIONEN): Im Zuge des Werksausbaus am Standort Ranshofen wurde in den letzten Jahren in hochmoderne Anlagen investiert, um auch weiterhin auf einem hohen ökologischen Niveau zu produzieren. Insbesondere mit der Kapazitätsverdoppelung der Produktionsanlagen wurden energieeffiziente Betriebsweisen vorangetrieben. Die AMAG konzentriert sich auf die systematische Steigerung der Energieeffizienz, die durch eine konsequente Verbesserung der Prozesse und Anlagen sowie durch gleichzeitige Wärmerückgewinnung erreicht wird.
  • EINSATZ ERNEUERBARER ENERGIEN ZUR VERMEIDUNG INDIREKTER TREIBHAUSGASEMISSIONEN (SCOPE 2-EMISSIONEN): Aufgrund des Bezugs von Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen wurden seit dem Berichtsjahr 2018 keine indirekten Treibhausgase mehr verursacht. Ein weiterer Schritt ist der geplante Ausbau der Eigenenergieerzeugung durch die Installation einer Photovoltaikanlage am Standort Ranshofen. Auf einer Fläche von 55.000 m², das entspricht etwa acht Fußballfeldern, errichtet die AMAG die größte Aufdach-Photovoltaikanlage Österreichs.
  • HOHE SCHROTTEINSATZRATE ZUR REDUKTION VON SONSTIGEN, INDIREKTEN TREIBHAUSGASEMISSIONEN (SCOPE 3-EMISSIONEN): Die Herstellung von Primäraluminium ist mit einem sehr hohen Energieeinsatz verbunden. Bei der Erzeugung von Sekundäraluminium wird hingegen Aluminiumschrott verwendet. Beim Einschmelzen von Schrotten wird nur 5 % der für die Primärerzeugung notwendigen Energie benötigt. Die AMAG ist einer der größten Aluminium-Recycler in Europa. Die vorhandene technologische Prozesskette und Expertise, von der Bemusterung und Schrottaufbereitung bis hin zum Schmelzen verunreinigter Schrotte, ermöglicht es, einzigartig hohe Recycling-Gehalte in den Produkten zu realisieren und Kunden bei der Reduktion von CO2-Emissionen zu unterstützen.

Die Ausweitung der Recyclingkompetenzen wird den erfolgreichen Kurs der AMAG auch in Zukunft prägen und für das Unternehmen und seine Stakeholder im Hinblick auf die Erreichung der Klimaziele weiter an Bedeutung gewinnen.

Im Berichtsjahr 2020 betrugen die direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) 92.100 Tonnen (2019: 104.400 Tonnen). Aufgrund des Bezugs von Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen wurden seit dem Berichtsjahr 2018 keine Scope 2-Emissionen verursacht.

Die spezifischen CO2-Emissionen (Scope 1+2), bezogen auf die Produktionsmenge (Tonnen CO2/t), betrugen 2020 0,168 CO2/Tonne (2019: 0,163 Tonnen CO2/Tonne). Die Steigerung liegt wie beim spezifischen Energieverbrauch vor allem an der reduzierten Anlagenauslastung und am erforderlichen Stand-by-Betrieb aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Für die Berechnung der Scope 3-Emissionen werden aus Wesentlichkeitsgründen ausschließlich die vorgelagerten Emissionen aus dem Zukauf von Primäraluminium, Walzbarren und Legiermetallen berücksichtigt.
Zur Berechnung wurde der im „Environmental Profile Report“ der European Aluminium verwendete Faktor von 8,6 Tonnen CO2äqu pro Tonne in Europa verwendetes Aluminium herangezogen. Er deckt direkte Prozesse und Hilfsprozesse, thermische Energie, Elektrizität und Transport ab. Im Berichtsjahr 2020 betrugen die Scope 3-Emissionen 1.072.000 Tonnen CO2äqu (2019: 1.200.000 Tonnen CO2äqu).

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