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24.10.18

AMAG @ Stanford Energy 3.0

Im Rahmen des Programms „Stanford Energy 3.0“, das Firmen aus Österreich Einblick in‘s Silicon Valley geben soll, hatte unsere Technologin Katharina Regl die Möglichkeit, drei Wochen lang an einem Sommerprogramm in Stanford teilzunehmen. Aber darüber lassen wir sie besser selbst berichten:

Wir konnten zwei Vorlesungen besuchen, die sich mit den zurzeit wohl aktuellsten Themen beschäftigten – Batterien und 3D-Druck. Schnell wurde klar, dass die beiden Vortragenden auf diesem Themengebiet echte Koryphäen sind. Dr. Jan Torgersen (Vortragender der Lehrveranstaltung Additive Manufacturing) ist Professor am Department of Mechanical and Industrial Engineering der NTNU Trondheim (Norwegian University of Science and Technology) und hält im Sommer Vorlesungen am Department of Mechanical Engineering in Stanford. Die zweite Lehrveranstaltung (Applied Electrochemistry at Micro- and Nanoscale) behandelte die Speicherung von Energie für die Automobilindustrie. Die Grundlagenforschung dazu bewegt sich in sehr kleinen Dimensionen. Hier wird die Energie einzelner Atomaufbauten berechnet, das große Ziel einer schnell ladenden und langlebigen Autobatterie tritt dabei jedoch nicht in Vergessenheit. Der Vortragende Dr. Rainer Fasching ist Professor an der Stanford University und hat im Bereich der Energiespeicherung über 30 Patente angemeldet. Des Weiteren ist er Mitbegründer einiger Firmen, die sich mit der Entwicklung von Batterien beschäftigen (z. B.: Quantumscape Corporation).

Der Campus der Stanford University

Wir hatten die Möglichkeit, einige Labore der Universität zu besichtigen, in denen unter anderem mittels selbst gebauter Atomic Layer Deposition (ALD)-Anlagen einzelne Atomlagen Platin auf Kohlenstoff aufgetragen werden, um Brennstoffzellen effizienter zu gestalten. Auch die Messanlagen für diese Mini-Brennstoffzellen wurden hier entwickelt. Mit der Technik, einzelne Atomlagen zu einer Batterie zusammenzufügen, steht man zwar noch am Anfang, es wird jedoch geschätzt, dass man in fünf Jahren in Serienreife gehen kann.
 
In Gruppenarbeiten konnten wir Kontakte mit Studierenden knüpfen, die Lebens- und Arbeitsweise der Amerikaner im Silicon Valley kennenlernen und erfahren, was es heißt, an einer Eliteuniversität zu studieren bzw. zu forschen. Auch zu weiteren Professoren hatten wir sehr engen Kontakt. Sie erzählten uns von ihren Forschungsarbeiten und den Unterschieden zu österreichischen Universitäten, da einige von ihnen auch dort schon gelehrt bzw. geforscht hatten. Ein bemerkenswerter Unterschied zu hiesigen Universitäten liegt darin, dass sich die Stanford University im privaten Besitz befindet und sich selbst finanziert. Möglich ist dies einerseits durch viel Grundbesitz, der verpachtet wird, und andererseits durch Forschungsarbeiten mit Firmen, durch Geldspenden von ehemaligen Studenten und Firmen und durch die Studienbeiträge, die hier für ein Bachelorstudium ca. 65.000 US-Dollar pro Jahr betragen. Rechnet man das Bildungsbudget aller österreichischen Universitäten zusammen, ist Stanford dem immer noch weit voraus.

Zusammengefasst war es eine wunderbare Erfahrung. Ich habe Amerika und seine Gegensätze kennengelernt und eine neue Welt von Arbeitsweise und Entwicklungen erlebt. Ich möchte mich für diese einzigartige Möglichkeit bedanken, durch die ich meinen Horizont erweitern konnte und sehr viel gelernt habe.

Beeindruckend ist zudem die große Vielfalt an Fachgebieten (über 90) und Untersuchungsmethoden, die hier angewendet werden. Neben mehreren 3D-Druckern für Kunststoffe und Metalle, Windkanälen, Krankenhäusern und vielen kleinen Laboren, die sich unter anderem High-End-Geräte selber bauen, gibt es einen Teilchenbeschleuniger, der von der Universität betrieben wird und für Untersuchungen zur Verfügung steht.

Katharina Regl - AMAG Technologin

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